Ein Mann aktiviert einen Leihwagen eines Carsharing-Angebot. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Christin Klose

Wie Hamburg Dienstwagen überflüssig machen will

Stand: 13.09.2021 14:12 Uhr

Ein Pilotprojekt soll in Hamburg Dienstwagen überflüssig machen. Ziel sei, den Dienstwagen durch eine digitale Lösung zu ersetzen, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Montag in Hamburg.

Keine Profi-Card, kein Dienstwagen, stattdessen bekommen Angestellte ein "Mobilitätsbudget": So stellt sich Tjarks die Zukunft vor. Dabei geben Firmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern monatlich einen bestimmten Geldbetrag. Ob sie damit täglich mit der Bahn, mit Moia oder auch mit dem E-Scooter zur Arbeit fahren, ist egal und kann komplett flexibel entschieden werden.

Arbeitgebende können in dem Projekt über das hvv-m Mobilitätsbudget jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin eine frei wählbare Summe zuweisen, die diese dann für ihre Bedürfnisse einsetzen können. Basis ist die bereits bestehende App HVV Switch, über die Interessierte schon jetzt die Angebote des HVV, des Sammeltaxi-Anbieters Moia und des Autovermieters Sixt share nutzen kann.

Weitere Anbieter sollen dazu kommen

Später sollen noch der Carsharing-Anbieter Miles und der E-Scooterverleiher Tier hinzukommen. Angedacht seien auch Stadtrad, Taxidienste und weitere Carsharing-Anbieter. "Wieso ein eigener Pkw, wenn ich auf eine ganze Flotte zurückgreifen kann, die mir für jedes Bedürfnis das passende Format bietet", sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk.

Wie das bei den Beschäftigten ankommt, testen bis Ende des Jahres zehn Firmen in Hamburg. Merle Bremer vom Team des Reeperbahn Festivals sagte NDR 90,3, dass das für ihre Kolleginnen und Kollegen wesentlich attraktiver ist als HVV-Abo oder ein Dienstauto.

Freizeitfahrten möglich

Neben den Verkehrsmitteln können die Beschäftigten ähnlich einem Fahrtenbuch in der App auch wählen, ob sie dienstlich unterwegs sind oder privat. Freizeitfahrten werden den Angaben zufolge dann nur anonymisiert dargestellt.

Der Test zum Mobilitätsbudget wird vom Bund gefördert und soll bis Ende 2022 serienreif sein. Er ist Teil des sogenannten "RealLab Hamburg". Das sind Projekte zur Verkehrswende, die in Hamburg unter realen Bedingungen getestet werden. Im Idealfall werden sie dann großflächig umgesetzt und sind Vorbild für ganz Deutschland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.09.2021 | 06:00 Uhr

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