Stand: 22.06.2019 14:11 Uhr

Was soll rund um den Diebsteich entstehen?

Die Anwohner im Hamburger Bezirk Altona können jetzt über die neuen Pläne für das Quartier Diebsteich diskutieren. Die Stadtentwicklungsbehörde hatte für Sonnabend zu einer Bürgerdiskussion am Kaltenkircher Platz geladen. Das Quartier rund um den geplanten Fernbahnhof soll weiterentwickelt werden. "Unser Ziel ist es, das Gebiet zu einem modernen, vielfältigen und urbanen Stadtviertel zu entwickeln", sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Dabei solle der "raue Charme" des auch von großen Gewerbeflächen geprägten Quartiers östlich und westlich der Gleisanlagen zwischen Kaltenkircher Platz und Eimsbütteler Marktplatz erhalten bleiben.

"Diejenigen, die hier wohnen und arbeiten, sollen sich auch künftig in ihrem Quartier wohl fühlen. Deshalb ist uns die Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung dieses Quartiers wichtig", sagte Stapelfeldt.

Oberbaudirektor will Standort "behutsam weiterwentwickeln"

Der Diebsteich - das sind Industriebetriebe, Post-Sortierhallen, Friedhöfe und versteckte Wohnstraßen. All das soll bleiben, erklärte Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Er schlägt vor, den Standort "behutsam und schrittweise weiterzuentwickeln". Es gehe nicht um Tabula rasa, sondern darum, "die schon bestehenden Qualitäten zu stabilisieren." Die Entwürfe seien ein erster Vorschlag, den man mit den beteiligten diskutieren wolle. Die bisherige Bürgerbeteiligung ergab, dass der Diebsteich einen Park braucht, Kultureinrichtungen aber auch vier Fußballfelder und ein Stadion für den Verein Altona 93.

Konzerthalle und neues Stadion für Altona 93

Der Friedhof Diebsteich wird laut Entwurf zum Friedhofspark für Ruhe und Erholung. Südwestlich davon sollen die vorhandenen Sportplätze neu angeordnet werden und ebenfalls Grünflächen entstehen. Auf der von der Stadt erworbenen ThyssenKrupp-Industriefläche sollen am geplanten Bahnhofsvorplatz eine Konzerthalle für 5.000 Besucherund auf einer großen Quartiers-Tiefgarage ein Stadion für die Kicker von Altona 93 entstehen.

Viele bestehende Gebäude könnten erhalten bleiben. Zum Beispiel das leer stehende Paketpostamt, das Hamburg gekauft hat. Es müsse nicht unbedingt abgerissen werden, sagte der Oberbaudirektor: "Die Paketpost ist ein ziemlicher Brummer, der da steht. Aber wenn man ihn untersucht, dann ist er statisch ziemlich stabil. Er hat ziemlich große Räume im Inneren." Und die könnte man zum Beispiel als Markthalle nutzen. Nur das Posthochhaus am Kaltenkircher Platz wäre wohl abzureißen - aber auch das hängt von der Bürgerbeteiligung ab.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.06.2019 | 13:00 Uhr

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