Stand: 03.01.2019 20:11 Uhr

Voß warnt vor Zulauf für Extremisten

Der Hamburger Verfassungsschutz sieht eine neue Strategie bei Extremisten, um neue Anhänger zu gewinnen. Es werde versucht, mit gesellschaftlich relevanten und populären Themen auf sich aufmerksam zu machen, sagte Behörden-Leiter Torsten Voß im Interiew mit dem Hamburg Journal. Diese Strategie verfolgen nach seinen Angaben sowohl Islamisten als auch Links- und Rechtsextremisten.

Thorsten Voss im Studio.

Verfassungschutz-Chef setzt auf Information

Hamburg Journal -

Verfassungsschutz-Chef Torsten Voss spricht im Interview über Islamisten, Links- und Rechtsextremisten und das schärfste Schwert des Verfassungsschutzes: Information und Aufklärung.

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Rechtsextremisten versuchen "Brückenschlag"

Voß sprach von einem "Brückenschlag" und nannte als ein Beispiel die "Merkel-muss-weg"-Demonstrationen in Hamburg. Diese sei regierungskritisch und es nähmen auch normale Bürger teil. Aber: "Wir haben hier Organisatoren, die sind Rechtsextremisten, die werden von uns beobachtet".

Auch Linksextremisten werben unter Demokraten

Im linksextremen Bereich versuche die "Interventionistische Linke" mit Themen wie G20 oder den Protesten im Hambacher Forst, Brücken in den demokratischen Teil der Gesellschaft zu schlagen.

Islamisten lassen Grenzen verschwimmen

Im Bereich Islamismus sei es dem Zusammenschluss "Realität Islam" gelungen, über 165.000 Unterschriften für eine Petition gegen ein angedachtes Kopftuchverbot für unter 14-Jährige an Schulen zu sammeln. Die Organisation allerdings habe starke ideologische Schnittmengen mit der seit 2003 verbotenen islamistischen "Hizb ut-Tahrir". Hier würden Grenzen verschwimmen, sagte Voß.

Zahl der Salafisten hat sich vervierfacht

Auf allen Seiten des Extremismus würden in Hamburg steigende Anhängerzahlen verzeichnet. Mit inzwischen rund 800 Salafisten habe sich das Potenzial dort in den letzten vier Jahren fast vervierfacht, "auch, weil wir das Dunkelfeld aufklären konnten".

Weitere Informationen

18-Jähriger wegen Terrorunterstützung verhaftet

Die Polizei hat in Hamburg einen 18-Jährigen verhaftet. Er soll in sozialen Medien unter anderem dazu aufgerufen haben, Polizisten zu töten und sich dem "IS" anzuschließen. (23.12.2018) mehr

Voß will Kinder von Salafisten besser schützen

Der Hamburger Verfassungsschutz-Chef Torsten Voß fordert mehr Befugnisse. Er will Daten von Kindern speichern dürfen. Es gehe etwa um den Schutz von Kindern von Salafisten. (22.12.2018) mehr

Zuwachs in der Hamburger Islamistenszene

Zwei islamistische Organisationen stehen im Fokus des Hamburger Verfassungsschutzes: "Hizb ut-Tahrir" und "Realität Islam" versuchen Menschen für ihre Ideologie zu gewinnen - mit Erfolg. (13.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.01.2019 | 19:30 Uhr

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