Stand: 10.11.2019 15:49 Uhr

Von Dohnanyi will keine grüne Bürgermeisterin

Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi sitzt auf einer Diskusionsveranstaltung mit Amtskollegen auf dem Podium. © picture alliance Foto: Markus Scholz
"Wir müssen dafür sorgen, dass die Stadt in den richtigen Händen bleibt", sagte Klaus von Dohnanyi.

Nachdem die Hamburger Grünen Katharina Fegebank zu ihrer Bürgermeisterkandidatin gewählt haben, hat Hamburgs früherer SPD-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi klar gemacht, dass er eine mögliche grüne Bürgermeisterin skeptisch sieht. Mit Blick auf die guten Umfrageergebnisse der Grünen für die nächste Bürgerschaftswahl sagte er: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Stadt in den richtigen Händen bleibt." Wichtige Infrastrukturprojekten könnten sich unter einer Grünen-Regierung verzögern, so Dohnanyi - wegen des Umweltschutzes. Auch um Arbeitsplätze sorge er sich. "Alle Leute sagen Klima, Klima, Klima. Aber wir müssen auch auf die Arbeitsplätze schauen."

Fegebank will ambitioniertes Klimaschutzgesetz

Wissenschaftssenatorin Fegebank hatte sich am Sonnabend bei der grünen Landesmitgliederversammlung für mehr Klimaschutz und eine Mobilitätswende ausgesprochen. Hamburg solle das ambitionierteste Klimaschutzgesetz der Bundesrepublik bekommen mit ihr als Erster Bürgermeisterin, so Fegebank. Die Grünen haben am Sonnabend auf ihrer Landesmitgliederversammlung Katharina Fegebank mit rund 97 Prozent der Stimmen zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. Sie tritt damit gegen den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der kommenden Bürgerschaftswahl an.

Runde, von Beust und Ahlhaus auch dabei

Dohnanyi hatte sich auf einer Podiumsdiskussion in der Hamburger Universität geäußert, auf der Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Sonnabend mit vier Amtsvorgängern debattiert hatte. Die Frage des Abends war: "Wohin steuert Hamburg im Zeitalter von Globalisierung und Klimawandel?" Neben Klaus von Dohnanyi waren auch Ortwin Runde (SPD), Ole von Beust (CDU) und Christoph Ahlhaus (CDU) dabei.

Ein Thema: Hafen und Umweltschutz

Tschentscher betonte auf der Veranstaltung, dass der Hafen in seinen Augen kein Widerspruch zum Umweltschutz sei. "Wir müssen den Ehrgeiz haben, den innovativen Vorsprung zu halten. Dann wird aus einer Klimaschutzstrategie eine Industriestrategie." Die Gefahr sei nicht, dass es eine Koalition gegen den Hafen gebe, sondern dass man eine Einzelentscheidung gegen den Hafen treffe. "Allein auf Abwegen kommen wir nicht ins 21. Jahrhundert."

"Der Hafen ist die DNA dieser Stadt"

Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und seine Amtsvorgänger sitzen zusammen. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz
Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher und seine Amtsvorgänger sitzen auf der Podiumsdiskussion zusammen.

Der ehemalige Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bedauerte die langwierige Umsetzung von Entscheidungen in der Hansestadt: "Wenn Infrastrukturprojekte von Beschluss zu Beginn 16, 17 Jahre dauern, verlieren wir den internationalen Anschluss." Er habe das Gefühl, dass man dabei sei, die industrielle Grundlage in Deutschlands Stück für Stück "zu zerdeppern". Alt-Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) strich die Bedeutung des Hafens für Hamburg heraus: "Der Hafen ist die DNA dieser Stadt". Wie er sich weiterentwickelt, sei eine Zukunftsfrage für Hamburg.

 

Weitere Informationen
Max Brauer mit Hamburg-Flagge im Hintergrund (Montage) © dpa

Die Hamburger Bürgermeister seit 1946

Seit dem Zweiten Weltkrieg stellt die SPD in der Hansestadt fast immer den Ersten Bürgermeister. Max Brauer macht den Anfang. Seit März 2018 ist Peter Tschentscher im Amt. Bildergalerie

Eine Hand hält einen roten Umschlag mit Hamburg-Wappen in einen Wahl-Urnenschlitz (Fotomontage) © Fotolia Foto: kebox

Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg

In Hamburg ist eine neue Bürgerschaft gewählt worden. Hier gibt es alles zu den Wahlergebnissen, den neuen Abgeordneten, Interviews, Reaktionen auf die Wahl. mehr

Katharina Fegebank (Grüne), Wissenschaftsenatorin in Hamburg, hält auf der Landesmitgliederversammlung der Hamburger Grünen, auf der die Aufstellung der Landesliste für die Bürgerschaftswahl 2020 beschlossen wird, ihre Bewerbungsrede für Platz eins der Landesliste. © picture alliance/dpa Foto: Markus Scholz

Grüne wählen Fegebank zur Bürgermeisterkandidatin

Dreieinhalb Monate vor der Bürgerschaftswahl haben die Hamburger Grünen Katharina Fegebank zur Bürgermeisterkandidatin gewählt. Sie erhielt fast 97 Prozent der Stimmen. mehr

 

 

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 10.11.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister äußert sich nach der Bund-Länder-Konferenz über weitere Corona-Maßnahmen.

Tschentscher: Hamburg trägt neue Corona-Einschränkungen mit

Bund und Länder haben neue Corona-Einschränkungen für den November beschlossen. Hamburgs Bürgermeister Tschentscher steht hinter den Maßnahmen. mehr

Eine rote Fußgängerampel steht an der Straße vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. © dpa Foto: Bernd von Jutrczenka

Erneute Corona-Einschränkungen: Das gilt ab Montag

Um die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen einzudämmen, gibt es für die Bürger ab Montag drastische Einschränkungen. mehr

Viren schweben vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia,photocase Foto: rclassen

404 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Das sind so viele Corona-Fälle wie noch nie an einem Tag in Hamburg. Der Sieben-Tage-Wert steigt auf 113,2. mehr

Eine Windkraftanlage mit der Aufschrift "Hamburg Wasser" vor dem Klärwerk.

Hamburg Wasser stellt Klimaplan 2025 vor

Der städtische Energieversorger hat ein Klimaziel: Null Emissionen in allen relevanten Konzernbereichen bis 2025. mehr