Stand: 09.07.2020 11:38 Uhr  - NDR 90,3

Videoüberwachung: Weniger Kriminalität am Hansaplatz

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Mit insgesamt 16 Kameras wird der Hansaplatz überwacht.

Der Hansaplatz im Stadtteil St. Georg gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte in Hamburg - mit Straftaten wie Raub, Diebstahl, Körperverletzung sowie Sexual- und Drogendelikten. Um das einzudämmen, wird der Platz unweit des Hauptbahnhofes seit gut einem Jahr von 16 Kameras videoüberwacht. Jetzt liegt eine erste Bilanz vor: Demnach ist die Zahl der Straftaten um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Werte noch vor Corona ermittelt

Es zeige sich, dass die Videoüberwachung mögliche Täter abschrecke, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter, im Gespräch mit NDR 90,3. Er verweist auf die Zahlen für den Zeitraum vom 1. August 2019 bis 31. Januar 2020 - also auf Werte, die noch vor der Corona Pandemie ermittelt wurden.

53 Prozent weniger Straßenkriminalität

Demnach ist die Straßenkriminalität auf dem Hansaplatz insgesamt um 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im Bereich Drogenhandel liegt der Rückgang sogar bei über 60 Prozent. Ähnlich rückläufig sieht es bei Taschen- und Trickdiebstählen aus. 73 Prozent Rückgang sind es bei den Raubdelikten.

Innenbehörde: Es gab keine Verdrängung

Für die Untersuchung hat die Polizei Referenzgebiete untersucht, also benachbarte Quartiere in der Langen Reihe und an der Kirchenallee. Die Vermutung lag nahe, dass sich das Kriminalitätsgeschehen durch die Maßnahmen auf dem Hansaplatz verlagern könnte, so Reschreiter. Dies sei aber nicht geschehen. In den Referenzgebieten sei die Kriminalität leicht rückläufig. Eine Verdrängung, so die Innenbehörde, habe es also nicht gegeben.

Es ist nicht die erste Videoüberwachung am Hansaplatz: 2009 waren die Kameras dort nach zwei Jahren wegen Protesten von Anwohnern abgestellt worden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.07.2020 | 12:00 Uhr

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