Verlängerung der U4 zum Grasbrook nimmt Gestalt an

Stand: 17.11.2020 06:25 Uhr

Erst die U-Bahn-Anbindung, dann die Bebauung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook: Die Hochbahn hat am Montag die Pläne für die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 präsentiert.

Diese sehen eine neue Brücke über die Norderelbe, eine Viaduktführung über den Grasbrook und dann eine Haltestelle mit dem Arbeitstitel "Moldauhafen" rund 16 Meter über dem gleichnamigen Hafenbecken vor. Unterhalb der Gleise soll eine zweite Ebene für den Fuß- und Radverkehr gebaut werden, wie Hochbahn-Chef Henrik Falk erläuterte.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) betonte: "Mit der U4 machen wir den Sprung über die Elbe und damit gleichzeitig einen riesigen Sprung für die Mobilitätswende in Hamburg." Neben der U-Bahn werde auch von Beginn an Rad- und Fußverkehr mitgedacht und mitgeplant. Der Grasbrook solle ein autoarmes Quartier werden. "Das Ziel ist, dass wir pro Wohneinheit nur noch 0,2 Stellplätze haben", so Tjarks. Voraussetzung dafür sei aber, dass man andere Anbindungen anbiete. Deshalb sei die U-Bahn-Station von großer Bedeutung.

Die Hamburgerinnen und Hamburger können nun über die Gestaltung der neuen U-Bahn-Station mitentscheiden, bevor das Projekt europaweit ausgeschrieben wird - zum Beispiel über Mobilitätsangebote wie Fahrradparkplätze oder E-Ladesäulen. Interessierte können sich auf der Internetseite www.schneller-durch-hamburg.de/u4-grasbrook zu den U-Bahn-Plänen äußern.

Neuer Stadtteil für Hamburg

In den kommenden 20 Jahren soll auf dem Grasbrook ein neuer, innovativer Stadtteil entstehen. Geplant sind etwa 3.000 Wohnungen, davon ein Drittel öffentlich gefördert. Außerdem soll es rund 16.000 Arbeitsplätze und eine vielfältige soziale Infrastruktur geben. Ab 2023 soll mit dem Bau der ersten Gebäude auf dem Grasbrook begonnen werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.11.2020 | 13:00 Uhr

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