Eine Wiege in einem leeren Zimmer während eines Umzugs. © picture-alliance Foto: Heiko Wolfraum

Vater soll in Hamburg Säugling getötet haben

Stand: 05.06.2021 09:07 Uhr

Ein 29-jähriger Mann aus dem Hamburger Stadtteil Wandsbek wird verdächtigt, sein Baby getötet zu haben. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Die Mordkommission ermittelt.

Mitte Mai wird ein drei Monate altes Mädchen ins Krankenhaus gebracht - mit schweren Kopfverletzungen, angeblich nach einem Unfall. Die Untersuchungen der Medizinerinnen und Mediziner ergeben dann: Das Baby muss geschlagen und geschüttelt worden sein. Am Sonnabend vor Pfingsten stirbt der Säugling dann an seinen Verletzungen. Laut Rechtsmedizin an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Polizei geht von Vorsatz aus

Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen vorsätzlich verletzt wurde - weil das Verletzungsbild nicht mit dem Unfall zusammenpasst, den der Vater beschrieben hatte. Die Hamburger Staatsanwaltschaft veranlasst daraufhin seine Verhaftung. Am Freitag hat die Polizei den 29-Jährigen dann festgenommen. Bekannt ist, dass er mit seiner Tochter und der Mutter des Kindes zusammengelebt hat. Das Mädchen war das einzige Kind des Paares. Ob das Jugendamt die Familie betreut hat, ist noch unklar. Die Sozialbehörde will weitere Ermittlungen abwarten, bevor sie Auskunft gibt.

Kindesmisshandlungen sorgen für Entsetzen

In den vergangenen Jahren hatten mehrfach schwere Kindesmisshandlungen für Entsetzen in Hamburg gesorgt. Nach dem Tod der dreijährigen Yagmur Ende 2012 hatte sich ein Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft ausführlich mit dem Fall und den Präventionsmöglichkeiten der Jugendämter befasst. Dennoch wurden weitere Kinder schwer misshandelt.

Bleibende Schäden bei geschüttelten Kindern

Ende 2015 schüttelte ein junger Vater das Baby Tayler zu Tode. Ende 2018 wurde ein 41-jähriger Vater zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seine einjährige Tochter so schwer misshandelt hatte, dass sie schwere bleibende Schäden erlitt. Ebenfalls Ende 2018 drückte ein junger Vater sein schreiendes Baby so stark, dass es lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Im September 2019 verurteilte das Amtsgericht Altona den damals 19-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.06.2021 | 09:00 Uhr

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