Stand: 19.10.2019 10:00 Uhr  - NDR 90,3

Urteil: VW soll mehr als Kaufpreis zurückzahlen

Ein VW Tiguan in der Endmontage. © picture alliance / imageBROKER Foto: Bernhard Classen
Bei der Klage ging es um einen VW Tiguan (Symbolfoto).

Das Hamburger Landgericht hat einer VW-Kundin im Abgasskandal recht gegeben. Laut Urteil soll die Hamburgerin mehr Geld bekommen, als ursprünglich für das Auto gezahlt wurde. Zuerst hatte das "Hamburger Abendblatt" über den Fall berichtet.

Vor zehn Jahren gekauft

Bei der Klage geht es um einen VW Tiguan, den der inzwischen verstorbene Ehemann der Klägerin vor zehn Jahren gekauft hatte - damals für gut 39.300 Euro. Dem Paar ist laut Urteil ein Schaden entstanden, weil die ordnungsgemäße Funktion des Wagens durch die manipulierte Software nur vorgegaukelt wurde. Der Konzern muss demnach den Wagen zurücknehmen und etwa 42.000 Euro an die Klägerin zahlen.

Zinsen übersteigen die Abzüge durch die Nutzung

Zwar zieht das Gericht eine Gebühr von rund 11.000 Euro für die zehnjährige Nutzung des Wagens ab, es spricht der Klägerin aber noch mehr Zinsen zu. Insgesamt soll die VW-Kundin deshalb rund 3.000 Euro mehr bekommen, als der Wagens ursprünglich gekostet hat.

Damit setze sich die verbraucherfreundliche Rechtsprechung im Abgasskandal weiter fort, heißt es von den Anwälten der Klägerin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, VW kann noch Beschwerde dagegen einlegen.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.10.2019 | 10:00 Uhr

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