Stand: 26.11.2019 21:30 Uhr  - NDR 90,3

Unternehmen müssen nachhaltiger werden

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Strom aus Windenergie: Windräder im Windpark Neuengamme in Hamburg.

Woher kommt der Strom? Wo kauft die firmeneigene Kantine Lebensmittel - und sind die Dienstwagen angemessen oder vielleicht doch zu groß? Diesen Fragen sollen sich in Zukunft alle großen Unternehmen stellen, die der Stadt gehören oder an denen sie in großem Stil beteiligt ist. Der rot-grüne Senat in Hamburg schwört die städtischen Unternehmen auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ein.

Mehr als Klimaschutz

Dazu wurde der Hamburger Corporate Governance Kodex (HCGK), der die gute Unternehmensführung für die öffentlichen Unternehmen regelt, entsprechend erweitert, wie Finanzsenator Andreas Dressel am Dienstag sagte. "Mit unseren neuen Bestimmungen zur Nachhaltigkeit entwickeln wir den Wertekatalog für unsere öffentlichen Unternehmen an entscheidender Stelle weiter." Das Thema Nachhaltigkeit sei weit mehr als Klimaschutz. "Es nimmt Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganzheitlich in den Blick und umfasst neben wirtschaftlichen auch soziale Aspekte."

Nachhaltigkeitsziele der UN

Große Unternehmen in städtischer Hand müssen ab dem kommenden Jahr die Nachhaltigkeitsziele der UN - die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG) verbindlich berücksichtigen und gegenüber ihrem Aufsichtsrat dazu Rechenschaft ablegen. Außerdem sind sie alle zwei Jahre verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex zu erstellen und veröffentlichen.

30 Unternehmen in Hamburg betroffen

Betroffen sind Unternehmen, die zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen: Eine Bilanzsumme von über 20 Millionen Euro, über 40 Millionen Euro Umsatzerlöse oder mehr als 250 Beschäftigte. Dressel zufolge trifft dies auf rund 30 städtische Unternehmen zu, darunter sind Hamburg Wasser, die HHLA oder die Stadtreinigung. Außerdem werden die Unternehmen erstmals verpflichtet, für dienstliche Flugreisen Kompensationszahlungen zu leisten. Die Abgabe liegt derzeit gerade einmal zwischen sieben und neun Euro, soll in den kommenden Jahren aber steigen. "Einige unserer öffentlichen Unternehmen wie zum Beispiel Stromnetz Hamburg oder auch die Stadtreinigung veröffentlichen bereits Nachhaltigkeitsberichte", sagte Dressel. Zahlreiche weitere würden nun folgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2019 | 19:00 Uhr

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