Prof. Stefan Kluge vom UKE. © Screenshot

UKE in Hamburg: So viele Corona-Erkrankte wie noch nie

Stand: 28.01.2022 21:09 Uhr

Jeden Tag gibt es neue Rekorde bei den Corona-Infektionszahlen in Hamburg. Am Freitag kletterte die Inzidenz auf 2.173,7. Das macht sich mittlerweile auch bei der Zahl von Corona-Infizierten im UKE bemerkbar.

"Wir haben insgesamt ein hohes Infektionsgeschehen, viele, viele Fälle und ganz viele werden auch die Erfahrung machen, dass es im eigenen Umfeld jetzt auch zu Infektionsfällen kommt", sagt Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde. "Gleichzeitig wissen wir, die Erkankungsschwere ist deutlich geringer, zusammengenommen bedeutet das schlicht und ergreifend eine etwas andere Phase der Pandemie, in der wir gegenwärtig sind."

Rekordzahl von Corona-Erkrankten im UKE

Wie befürchtet steigen die Zahlen der Corona-Infektionen auch bei Hamburgs Schülerschaft. Laut Schulbehörde haben sie sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt - auf über 10.000 Infizierte. Vor allem trifft es die Jüngeren. Auch in den Krankenhäusern wird es enger. So viele Corona-Erkrankte wie letzte Woche gab es im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) noch nie seit Pandemie-Beginn. Viele kommen aus anderen Gründen, werden bei Ihrer Aufnahme dann aber positiv getestet. Auf den Normalstationen liegen etwa 90 Prozent mit anderen Beschwerden.

Problem: Rund 250 UKE-Mitarbeiter sind krank

"Auf den Intensivstationen ist es andersrum, da liegen die meisten wirklich wegen der schweren Covid-Infektion", sagt Stefan Kluge, der Leiter der Klinik für Intensivmedizin am UKE. "Das sind jetzt auch neu Omikron-Fälle und die Belastung fürs Krankenhaus ist trotzdem relativ hoch, weil wir ja hygienische Vorgaben haben. Und diese Corona-positiven-Patienten in allen Bereichen des UKE's detektiert bei Aufnahme - das stellt uns vor große organisatorische Probleme, weil wir gleichzeitig auch viele Mitarbeiter haben, die krank zuhause sind", so Kluge. Allein beim UKE befinden sich momentan rund 250 Beschäftigte in Isolation.

Krankheitsschwere wird in den Fokus rücken

Bei der Bewertung der Corona-Lage deutet sich auf Bundesebene nun ein Strategiewechsel an. So soll die reine Inzidenz künftig weniger wichtig werden. Vielmehr sollen Krankheitslast und Krankheitsschwere in den Fokus rücken. "Im weiteren Pandemieverlauf wird es möglicherweise so sein, dass nicht mehr jede einzelne Erkrankung auch wirklich gemeldet wird", sagt Martin Helfrich. "Das heißt die Meldezahlen können möglicherweise gar nicht mehr alle Fälle abbilden, neue Faktoren können deswegen einen wichtigen Beitrag leisten." Im UKE schöpft man aufgrund der aktuell explodierenden Infektionslage Hoffnung: "Die Krankenhaus-Belastung ist da, gerade auf den Normalstationen, aber es ist trotzdem händelbar und ich glaube, dass wir über Lockerungen dann nachdenken können, wenn die Infektionszahlen dann auch wieder fallen und da rechne ich in zwei, drei Wochen damit, spätestens", sagt Kluge.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.01.2022 | 19:30 Uhr

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