Tschentscher verteidigt mögliche Feier-Obergrenze

Stand: 29.09.2020 19:45 Uhr

Bund und Länder haben sich auf einheitliche neue Regeln in der Corona-Krise geeinigt. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von gezielten Maßnahmen, um einen Lockdown zu verhindern.

Die Ministerpräsidenten einigten sich am Dienstag per Videokonferenz darauf, Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer zu beschränken - aber erst dann, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten. In Hamburg liegt diese Zahl momentan bei 30,3. In privaten Räumen soll es keine Vorschriften zur Teilnehmerzahl geben.

Falsche Angaben: 50 Euro Bußgeld

In dem Beschluss, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag gemeinsam mit Tschentscher und dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vorstellte, heißt es, es werde dringend empfohlen, in privaten Räumen keine Feierlichkeit mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen. Zudem müssen Bürgerinnen und Bürger, die in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu ihrer Person machen, künftig mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro rechnen - in Schleswig-Holstein sollen es sogar bis zu 1.000 Euro sein.

In Hamburg ändert sich erst mal wenig

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, spricht bei einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa Foto: Kay Nietfeld
"Die geschlossenen Räume sind ein Problem", sagte Tschentscher.

Tschentscher forderte ein entschlossenes Handeln zur Verhinderung eines Lockdowns. Es gehe darum, gezielt und zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen, betonte er nach der Konferenz der Länderchefs. In Hamburg gilt bereits jetzt: Privat dürfen bis zu 25 Menschen zusammen feiern, 50 Leute dürfen es in einer Bar oder Kneipen sein, wenn es keine festen Sitzplätze gibt und Alkohol ausgeschenkt wird.

"Eine Hauptinfektionsquelle sind Feiern", sagte Tschentscher dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen. "Da wo Menschen mit Alkohol zusammenkommen, gibt es die meisten Infektionsfälle." Komme man in einer Woche auf über 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, dürften in privaten Räumen nur noch kleinere Zahlen als 25 Menschen zugelassen werden, sagte Tschentscher. "Da sind wir dann eher bei zehn Personen."

Appell: "Nicht in Risikogebiete fahren"

Er appellierte: "Ich bitte alle Hamburgerinnen und Hamburger, in den Herbstferien nicht in Risikogebiete zu fahren, dann brauchen wir auch keine Quarantäne." Anders als noch im Frühjahr, wisse man heute aber mehr über die Verbreitung des Virus, etwa über die Bedeutung sogenannter Aerosole, sagte der frühere Labormediziner. "Die geschlossenen Räume sind ein Problem. Wir müssen also auf Belüftung achten." Dieses Wissen könne man nun nutzen, um vorzubeugen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 29.09.2020 | 19:30 Uhr

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