Stand: 08.08.2020 17:45 Uhr

Tschentscher: Reisende sollen Corona-Tests selbst zahlen

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. © picture alliance/Christian Charisius/dpa Foto: Christian Charisius
Hamburgs Bürgermeister Tschentscher meint, dass Rückkehrer aus Risikogebieten die Corona-Tests selbst zahlen sollten.

Die Kosten für die verpflichtenden Corona-Tests sollten nach Ansicht von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) von Rückkehrern aus Risikogebieten selbst getragen werden. "Ich halte es für vertretbar, dass wir außer der Testpflicht auch zu einer Kostenübernahme durch die Personen kommen, die reisen", sagte Tschentscher in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Bislang seien die Tests kostenlos, damit das freiwillige Testangebot auch angenommen werde. "Letztlich ist es aber denkbar, dass man die Kosten nicht der Allgemeinheit, sondern denjenigen auferlegt, die ganz bewusst in Risikoländer reisen", sagte der Bürgermeister. Er ergänzte: "Wenn sie am Flughafen ein- und ausreisen, sind sie ja auch mit den Kosten des Fluges und allen anderen Reisekosten konfrontiert."

Kritik an jetziger Regelung auch von Ploß

Auch aus der CDU gibt es Kritik daran, dass die Pflichttests für die Reisenden derzeit kostenlos sind. Der designierte Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", es sei nicht akzeptabel, dass alle Deutschen die Kosten gleichermaßen tragen müssen. "Wer einen Test benötigt, sollte auch für ihn bezahlen."

Bislang für Reisende kostenlos

Bislang sind die Corona-Tests bei der Rückkehr nach Deutschland - bis zu 72 Stunden nach der Einreise - kostenlos. Als Beleg dafür, dass man in einem Risikoland war, gelten Boarding-Pass oder Hotelrechnung. Finanziert werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen. Der Bund übernimmt die Kosten dann aber über einen schon besiegelten höheren Milliardenzuschuss an die Kassen.

Tschentscher für Verlängerung des Kurzarbeitergeldes

Tschentscher unterstützt außerdem die Forderung anderer Politiker nach einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. "Eine Verlängerung kann zum Beispiel den Unternehmen der Luftfahrtbranche, die eine mittlere Durststrecke vor sich haben, die Möglichkeit geben, den Arbeitsplatzabbau gering zu halten", sagte der Bürgermeister. Dazu gehörten auch branchenspezifische Hilfen und eine Kombination mit Projekten, die ohnehin geplant seien. "Wir wollten die Luftfahrt ja auch schon vor der Corona-Krise klimafreundlicher machen. Das können wir jetzt gleich miterledigen", sagte Tschentscher.

"In Hamburg keine Corona-Demo wie in Berlin"

Eine Demonstration wie die der Gegner von Corona-Regeln in Berlin mit etwa 20.000 Teilnehmern würde nach Ansicht Tschentschers in der Hansestadt nicht erlaubt werden. "Demonstrationen in einem so großen Rahmen wie in Berlin und ohne die erforderlichen Vorkehrungen zum Infektionsschutz sind nicht vertretbar, und zwar unabhängig von der Botschaft. Das würden wir in Hamburg nicht zulassen", sagte Tschentscher

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.08.2020 | 18:00 Uhr

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