Karl Dall bei der Aufzeichnung der Talkshow Tietjen und Hirschhausen im NDR-Studio auf dem Messegelände Hannover. © imago images / Future Image

Trauer um Komiker Karl Dall

Stand: 24.11.2020 14:43 Uhr

Der Komiker und Schauspieler Karl Dall ist tot. Er starb im Alter von 79 Jahren. Zuvor hatte er einen Schlaganfall erlitten.

Erst Anfang November hatte Karl Dall eine neue Rolle übernommen - in der ARD-Serie "Rote Rosen" spielte er den Alt-Rockstar Richie Sky. In Lüneburg, wo die Telenovela gedreht wird, erlitt er am 11. November einen Schlaganfall mit Hirnblutungen. Von diesem erholte er sich laut seiner Familie nicht mehr. "Trotz Einsatz aller technologischen und intensivmedizinischen Maßnahmen ist er heute friedlich eingeschlafen, ohne vorher noch einmal das Bewusstsein wiedererlangt zu haben", hieß es in dem Schreiben der Familie. Am Montag verstarb der 79-Jährige. Dall, der lange in Hamburg-Eppendorf lebte, hinterlässt eine Ehefrau, Tochter und Enkelin. Seit 1971 war er verheiratet. Die Tochter lebt mit seinem Enkelkind in Kanada.

Schriftsetzer und Barkeeper

Auf einer Schauspielschule war Karl Dall nie. Geboren wurde er im Februar 1941 in Emden, wuchs in Leer auf. Schon in der Schule fiel er als Klassenclown auf, der gern Streiche ausheckte. Er habe einfach "schon früh Humor entwickeln" müssen, sagte er einmal in einem Interview: Die Mitschüler hätten ihn wegen seines als Folge einer angeborenen Lidmuskelschwäche hängenden Auges oft gehänselt. Dalls Vater war Schuldirektor, aber das Akademische war nichts für den Sohn. Der verließ nacht der zehnten Klasse ohne Abschluss die Schule und lernte Schriftsetzer und fotografierte für die "Ostfriesen-Zeitung". 1963 ging er nach Berlin, jobbte unter anderem als Barkeeper, Komparse, Kleindarsteller und Kulissenschieber.

Blödelbarde und Komiker

Ab Ende der 1960er-Jahre bombardierte Karl Dall die Bundesrepublik mit seinen Witzen. Als Teil der Truppe Insterburg und Co. wurde er zum Star. Nach dem Aus der Blödeltruppe Ende der 1970er-Jahre arbeitete Dall erfolgreich an seiner Solo-Karriere. Er moderierte Talkshows im Fernsehen, stand live auf der Bühne, war im Kino zu sehen, vor allem aber auch im Fernsehen.

Mitte der 1980er-Jahre moderierte er im Privatfernsehen den Quotenknaller "Dall-As" - hier provozierte er seine Gäste. In den 1990ern war der Komiker als Lockvogel bei "Verstehen sie Spaß" im Einsatz. Dall platzierte sich aber auch mit Schlagern wie "Diese Scheibe ist ein Hit" und "Millionen Frauen lieben mich" in den Charts.

Vergewaltigungsvorwürfe und Freispruch

2014 erschütterte ein Skandal sein Leben: In der Schweiz wurde Karl Dall wegen Vergewaltigung der Prozess gemacht. Er wurde aber freigesprochen, eine Stalkerin soll ihn reingelegt haben.

Weitere Informationen
Karl Dall (links) und Michel Abdollahi. © NDR/Stefan Mühlenhoff
29 Min

Michel Abdollahi trifft Karl Dall

Talk zwischen Torpedos und Stahl: Im August 2019 empfängt Michel Abdollahi den Komiker und Entertainer Karl Dall auf der Kommandobrücke eines ausrangierten U-Boots. 29 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.11.2020 | 20:13 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Trauer-um-Komiker-Karl-Dall-,dall166.html

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Sonny Kittel (l.) und Simon Terodde (h.) bejubeln mit Josha Vagnoman (l.) dessen Tor zum 4:0 des Hamburger SV im Spiel gegen den VfL Osnabrück © Witters Foto: Valeria Witters

HSV deklassiert Osnabrück und bleibt Tabellenführer

Die Hamburger fertigen den VfL mit 5:0 ab und verteidigen am 16. Zweitliga-Spieltag Rang eins. Bakery Jatta trifft doppelt. mehr

Blauer Himmel über dem Hamburger Rathaus. © NDR Foto: Thomas Knobloch

Vor Corona-Gipfel: Was Hamburger Politiker fordern

Kommt ein schärferer Lockdown mit Maskenpflicht und Ausgangssperren? Was Hamburger Politiker vor dem Corona-Gipfel fordern. mehr

Neuer Corona-Selbsttest von Hamburger Unternehmen.

Corona-Schnelltest: Hamburger Unternehmen vor dem Start

Der Schnelltest auf Corona soll sicher sein und auch zu Hause funktionieren. Der Wirtschaftssenator wirbt für die Zulassung. mehr

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © dpa-Bildfunk Foto: Sven Hoppe

Lieferprobleme: Vergabe der Impftermine in Hamburg gestoppt

Es gibt Nachschubschwierigkeiten beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Auch weitere Lieferungen sind unklar. mehr