Stand: 28.10.2019 10:55 Uhr

Thema Wasserstoff: Westhagemann in Asien

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Im September hatte Westhagemann ein Wasserstoff-betriebenen Gepäckschlepper am Hamburger Flughafen getestet.

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) ist am Montag zu einer einwöchigen Reise nach Japan und China aufgebrochen. Schwerpunkt ist die Entwicklung von Wasserstoff als Energiespeicher: Hamburg und die anderen norddeutschen Bundesländer wollen in den kommenden Jahren in großem Stil Strom aus Windkraft in Wasserstoff umwandeln, um so überschüssige Energie speichern zu können.

Senator will auch Ideen liefern

"Ich will mir den Fortschritt bei der Entwicklung von Fahrzeugen und Lkw in Japan und China anschauen", sagte Westhagemann. "Sie produzieren heute ihren Wasserstoff immer mit Kohle und Öl - aber natürlich nicht CO2-frei. Aber wir wollen ja CO2-freien Wasserstoff produzieren. Und da haben die natürlich großes Interesse, wie wir uns das hier in Norddeutschland vorstellen."

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Große Chance für den Norden

Wasserstoff gewinnt als Energiespeichertechnologie immer größere Bedeutung und ist für den Norden mit seinem im Überfluss vorhandenen Wind besonders interessant. Wird Windstrom in Wasserstoff umgewandelt, kann er zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, Industrie, synthetische Kraftstoffe und in der maritimen Wirtschaft eingesetzt werden.

Westhagemann: "Interesse ist riesengroß"

Bei einem Wasserstoff-Symposium in der vergangenen Woche in Hamburg hatte sich Westhagemann mehr Interesse von der Bundesregierung für das Thema gewünscht. Außerdem hatte er den Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen angekündigt - von jetzt 79 bundesweit auf 500 in drei Jahren.

"Grüner" Energiespeicher Wasserstoff

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Um umweltfreundlichen Wasserstoff zu erzeugen, werden regenerative Energien wie Solar­ oder Windenergie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

Regenerativ erzeugter "grüner" Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Er kann nach Darstellung von Experten auch zeitliche und räumliche Schwankungen der Stromgewinnung aus Solar- oder Windenergie ausgleichen.

Ein Großteil des in Deutschland produzierten Wasserstoffs ist allerdings "grauer Wasserstoff": Er entsteht als Nebenprodukt in der Chemieindustrie oder wird aus fossilen Energieträgern erzeugt. Bei dem Verfahren wird das Treibhausgas Kohlendioxid ausgestoßen. (Quelle: dpa)

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.10.2019 | 11:00 Uhr

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