Tag gegen Gewalt an Frauen: Politik und Verbände fordern besseren Schutz

Stand: 25.11.2021 08:04 Uhr

Der gefährlichste Mann im Leben einer Frau ist ihr Partner oder ihr Ex. Denn alle zweieinhalb Tage stirbt eine Frau in Deutschland durch Beziehungsgewalt - 139 Frauen waren es im vergangen Jahr. Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen fordern Politikerinnen und Frauenverbände auch in Hamburg einen besseren Schutz für Frauen.

Ein Jahr lang haben Expertinnen und Experten aus über 100 Hamburger Institutionen darüber diskutiert, wie von Gewalt betroffenen Frauen in Hamburg besser geholfen werden kann. Dabei wurde auch deutlich, dass zuständige Behörden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen und sie sich stärker vernetzen müssen.

Keine Privatsache, sondern schwere Straftaten

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) betont, Gewalt gegen Frauen sei ein gesamtgesellschaftliches Problem: "Es findet überall in allen gesellschaftlichen Gruppen auf die unterschiedlichsten Weisen statt, und es ist noch ein langer Weg, bis wir das wirklich anerkennen und leben." Gewalt gegen Frauen - das sei keine Privatsache, sagt Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne), es seien schwere Straftaten.

In Hamburg 7.000 Verfahren zu Beziehungsgewalt

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat im Frühjahr eine Sonderabteilung für Verfahren von Beziehungsgewalt eingerichtet. Im vergangenen Jahr gab es allein in diesem Bereich in Hamburg knapp 7.000 Verfahren.

Auch der Landesfrauenrat Hamburg fordert einen besseren Schutz von Frauen. Morde an Frauen seien als das zu benennen, was sie sind: ein Femizid sei kein Beziehungsdrama und kein Kavaliersdelikt.

Susanne Röhse © NDR Foto: Marco Peter
AUDIO: Tag der Gewalt an Frauen (1 Min)
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Kostenlos, mehrsprachig und barrierefrei: Das Hilfetelefon berät unter der Nummer 08000 116 016 zu allen Formen der Gewalt gegen Frauen. Mehr Infos bei hamburg.de. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.11.2021 | 11:00 Uhr

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