Steuerschätzung: Corona trifft Hamburg besonders hart

Stand: 24.11.2020 15:50 Uhr

Hamburg kostet die Corona-Pandemie voraussichtlich rund acht Milliarden Euro. Nach der neuesten Steuerschätzung geht der Senat davon aus, dass möglicherweise erst 2024 wieder das Niveau vor der Krise erreicht wird.

Die Corona-Pandemie treffe Hamburg stärker als den Bund insgesamt. Das gehe aus der aktuellen Steuerschätzung hervor, wie Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Dienstag sagte. Löhne und Gehälter gehen demnach stärker zurück als anderswo, die Wirtschaft schrumpft mehr. Das liegt laut Dressel vor allem daran, dass die Hansestadt stark von der Dienstleistungsbranche und vom Tourismus abhängig ist - alles Bereiche, die stark unter den aktuellen Einschränkungen zu leiden haben. Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft nach Meinung der Steuerschätzer zwar wieder deutlich anziehen, aber in Hamburg nicht ganz so stark wie im Bund.

Corona-Loch geringer als erwartet

Trotzdem: Das Corona-bedingte Loch bei den Einnahmen fällt geringer aus als zunächst erwartet. Im Vergleich zur letzten Steuerschätzung vom September rechnet der Senat nun in diesem Jahr mit rund 330 Millionen Euro mehr Einnahmen. Das liegt unter anderem daran, dass sich der Bund an den Ausfällen bei der Umsatzsteuer beteiligt.

Unter dem Strich muss Hamburg bis 2024 auf fünf Milliarden Euro aus der sogenannten Konjunkturrücklage zurückgreifen. Dazu kommen noch einmal drei Milliarden Euro an Corona-Notkrediten.

Opposition will stärker auf Ausgaben schauen

Die Opposition mahnt unterdessen zu mehr Haushaltsdisziplin. "Alle Luxusausgaben müssen auf den Prüfstand", meint Thomas Reich von der AfD. Thilo Kleibauer (CDU) sagt: "Der Senat darf nicht nur auf das Prinzip Hoffnung setzen." Ähnlich der Appell des Bundes der Steuerzahler. Dessen Chef Lorenz Palte mahnt, der Senat dürfe die Spielräume innerhalb der Schuldenbremse nicht bis zum Äußersten strapazieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.11.2020 | 17:00 Uhr

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