Stand: 25.05.2018 12:12 Uhr

Spätflieger sollen neue Gebühr bezahlen

Hamburg geht schärfer gegen Verspätungen am Flughafen vor: Fluglinien, die ihre Jets nach 23 Uhr starten oder landen lassen, müssen künftig pauschal eine Gebühr von 500 Euro an die Umweltbehörde zahlen. Das wurde bei einer Sitzung des Umweltausschusses am Donnerstagabend bekannt.

500 Euro obendrauf

Laut Flugplan dürfen Maschinen in Fuhlsbüttel nur bis 23 Uhr starten und landen. Die Zeit bis Mitternacht gilt als Puffer, in der der Flughafen bereits jetzt deutlich höhere Start- und Landegebühren verlangt. Künftig kommt als eine Art Bearbeitungsgebühr noch einmal 500 Euro von der Umweltbehörde obendrauf - offiziell, um die Gründe für die Verspätung zu prüfen.

Umweltstaatsrat Michael Pollmann will am liebsten noch mehr: "Wir sind mit der Wirtschaftsbehörde und im Senat in der Diskussion über weiterführende Maßnahmen." Aber darüber sind sich SPD und Grüne offenbar nicht einig.

Flüge nach 22 Uhr verbieten?

Die Forderung von Fluglärminitiativen, den Flugplan um eine Stunde auf 22 Uhr zu verkürzen, lehnen sowohl Umwelt- als auch Verkehrsbehörde ab. Der Airport habe eine seit rund 60 Jahren gültige Betriebserlaubnis, sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Riekhof (SPD). "Das ist wie bei einem privaten Bauvorhaben: Wer ein Haus mit einer Baugenehmigung gebaut hat, dem kann man nicht hinterher erzählen, dass das Haus jetzt verschwinden müsse. Dann müsste es schon ein Schwarzbau gewesen sein - und das ist hier definitiv nicht der Fall."

Flughafenchef Michael Eggenschwiler verweist darauf, dass mehrere Airlines Flüge bereits vorverlegt haben - damit sie bei Verspätungen nicht nach 23 Uhr starten oder landen müssen.

"Mit netten Worten ist es nicht mehr getan"

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion warf dem Hamburger Senat Untätigkeit beim Thema Fluglärm vor. "Durch die rot-grüne Verweigerungshaltung im Kampf gegen den Fluglärm wird die Akzeptanz des innerstädtischen Großflughafens unnötigerweise weiter geschwächt", erklärte der Verkehrsexperte Dennis Thering am Freitag. Rekordzahlen bei den Starts und Landungen nach 23 Uhr zeigten deutlich, dass es mit netten Worten nicht mehr getan sei.

Laut einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion wurden im Zeitraum Januar bis April 45 Starts und 215 Landungen zwischen 23 und 24 Uhr gezählt. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es ebenfalls 45 späte Starts, aber nur 126 Landungen gewesen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.05.2018 | 07:00 Uhr

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