Stand: 06.05.2020 15:31 Uhr  - NDR 90,3

Sozialsenatorin verteidigt langsame Kita-Öffnung

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Kita-Öffnungen: Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard bleibt vorsichtig.

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat die zurückhaltenden Öffnungspläne für die Kindertagesstätten gegen Kritik der Opposition verteidigt. Die Familien hätten mit dazu beigetragen, dass die Zahl der festgestellten Covid-19-Neuinfektionen deutlich zurückgegangen sei, sagte Leonhard am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft. "Die Dynamik hat also deutlich abgenommen, aber sie ist nicht weg." Hamburg habe den Plan, Mitte Mai den nächsten Schritt für mehr Kita-Betreuung zu gehen.

Rot-Grün lobt Sozialsenatorin

SPD und Grüne begrüßten den vorsichtigen Lockerungskurs des Senats, während CDU, Linke, AfD und FDP einen genauen Zeitplan forderten. Gerade Leonhard habe auf Bundesebene die Öffnung der Kitas vorangebracht, auch gegen den Widerstand anderer Bundesländer, lobten die Fraktionen von SPD und Grünen.

"Es müssen weitere Entscheidungen getroffen werden", forderte dagegen Silke Seif von der CDU. Noch vor den Sommerferien sollten alle Kinder wieder in die Schule dürfen und auch das Ferienprogramm müsse ausgebaut werden, so die Position der CDU.

Linke fordert Unterstützung beim Homeschooling

Die Eltern fühlten sich im Stich gelassen und Kinder sollten besser beim Homeschooling unterstützt werden, erklärte die Linke. Die AfD warf dem Senat hingegen vor, konzeptlos und zu spät zu reagieren. Und die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels mahnte, es gehe um die Zukunft der Kinder, deshalb brauche es zeitliche Vorgaben für weitere Öffnungen.

Leonhard mahnte jedoch zur Vorsicht: Kinder könnten den gebotenen Mindestabstand nicht einhalten. Man müsse deshalb immer wieder die Lockerungen überprüfen, denn es gehe auch um die Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrkräften.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.05.2020 | 14:00 Uhr

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