Sommerinterview: Nockemann kritisiert Stigmatisierung von AfD-Politikern

Stand: 02.09.2022 17:05 Uhr

Hamburgs AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann übt scharfe Kritik an der CDU. Es sei zutiefst undemokratisch, Menschen auszugrenzen, die einmal in der AfD waren. Bei der CDU gibt es Widerstand gegen den Parteieintritt von Hamburgs früherem AfD-Fraktionschef Jörn Kruse.

An seinem Vor-Vorgänger lässt Nockemann kaum ein gutes Haar. Der 2018 aus der AfD ausgetretene Jörn Kruse sei kein großer politischer Kommunikator gewesen, so Nockemann im Sommerinterview von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal: "Er hat im Wesentlichen nie die politischen Impulse gegeben. Er war Professor, aber ansonsten hat er eher Mitglieder gegeneinander aufgebracht. Und ich wünsche der CDU viel Spaß mit ihm."

Nockemann: "AfD-Politiker nicht ausgrenzen"

Mit Interesse sieht Nockemann, wie Hamburgs CDU über Jörn Kruses Parteieintritt streitet. Andere CDU-Spitzenpolitiker wie Landeschef Christoph Ploß lehnen das ab. Nockemann beklagt eine Stigmatisierung: "Was gar nicht geht, ist, dass man Menschen ausgrenzt, weil sie mal in der AfD Politik gemacht haben. Wir sind eine absolut demokratische Partei." Ziel der AfD sei es, die "Übergriffigkeit des Staates" zu stoppen, etwa beim Thema Corona.

Forderung: Atomkraftwerke wieder ans Netz

Auch um die aktuelle Energiekrise ging es in dem Interview. Die Krise sei hausgemacht, attackiert Nockemann die Berliner Ampelkoalition. Nur Kraftwerke abzuschalten sei keine Lösung: "Wir brauchen eine Laufzeitverlängerung für die drei noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke." Außerdem spricht er sich dafür aus, die drei Kernkraftwerke, die im vergangenen Jahr abgeschaltet wurden, wieder ans Netz zu holen. Auch die Abschaltung des Kohlekraftwerks Moorburg sei ein kapitaler Fehler gewesen.

Nockemann will mehr russisches Gas importieren

Beim Gas möchte Hamburgs AfD-Fraktionschef alles anders machen: "Mir leuchtet einfach nicht ein, warum wir LNG-Gas aus anderen Ländern für teures Geld holen, aber nicht die eigenen Vorkommen erschließen." Statt ausländisches Flüssiggas LNG fordert Nockemann, mehr russisches Gas zu importieren. Und er verlangt sogar die Öffnung der Pipeline Nord Stream 2. Die Gasumlage lehnt Hamburgs AfD-Fraktionschef ab. Sie schöpfe bis zu 22 Milliarden Euro Kaufkraft ab und stürze manchen Haushalt in Not.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal 18.00 | 02.09.2022 | 18:00 Uhr

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