Stand: 17.06.2020 09:11 Uhr

Schulbeginn staffeln? Hochbahn-Vorschlag sorgt für Debatte

Henrik Falk, Hochbahnchef © NDR Foto: Bert Beyers
Hochbahn-Chef Henrik Falk ist für gestaffelte Anfangszeiten in den Schulen.

Wenn nach den Sommerferien wie geplant wieder alle Schüler täglich zur Schule gehen, wird es in der Zeit vor 8 Uhr wieder voller in Bussen und Bahnen - und damit schwieriger, den Corona-Mindestabstand einzuhalten. Die Hamburger Hochbahn ist nun in Gesprächen mit der Schulbehörde über flexiblere Zeiten des Schulbeginns.

Hamburgs Schulsenator offen für Gespräche

Hochbahn-Chef Henrik Falk will die Hauptverkehrszeit entzerren. "Da helfen auch gestaffelte Schulanfänge", sagte er. Einige Schulen hätten bereits wegen Corona variable Anfangszeiten. "Da ist meine Hoffnung, dass wir das auch nach Corona beibehalten, denn das entzerrt natürlich die Masse der zu Befördernden." Es gebe schon Gespräche mit Schulsenator Ties Rabe (SPD).

"Wir sind offen für einen Meinungsaustausch darüber, aber bislang ist das noch nicht konkret mit uns besprochen worden", sagte Schulbehördensprecher Peter Albrecht NDR 90,3. In den meisten Schulen beginnt der Unterricht um 8 Uhr. Ein kleinerer Teil startet den Unterricht schon um 7.45 Uhr. Am Gymnasium Marienthal beispielsweise beginnt die erste Schulstunde dagegen erst um 8.30 Uhr, aber das ist eine Ausnahme.

Hamburgs Eltern beim Schulbeginn uneins

Während viele Schülerinnen und Schüler gerne später anfangen würden, gebe es unter Hamburgs Eltern kein klares Meinungsbild, sagt Marc Keynejad, Vorsitzender der Elternkammer, zu NDR 90,3. Und die Schulbehörde gibt zu bedenken: Viele Eltern seien auch beruflich auf einen frühen Schulbeginn-Beginn angewiesen. Generell ist man dort ohnehin gegen einen sehr viel späteren Unterrichtsstart. "Um Busse und Bahnen zu entlasten, werben wir lieber dafür, dass mehr Schülerinnen und Schüler zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule kommen", sagt Behördensprecher Albrecht.

Alle Fahrgäste sollen in Bus und Bahn Maske tragen

Überraschend ist die Haltung des Hochbahn-Chefs zum Mindestabstand: 1,50 Meter brauche in Bus und Bahn niemand - wegen der Masken, meint Falk. "Es ist weiterhin notwendig, dass 100 Prozent die Maske tragen. Dann kann es auch enger werden, dann ist das Thema Abstand überhaupt kein Thema."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.06.2020 | 06:00 Uhr

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