Scholz ruft in Hamburg zum Zusammenhalt gegen Putin auf

Stand: 06.05.2022 12:45 Uhr

Er war als Festredner zum 100. Geburtstag des Übersee-Clubs nach Hamburg gekommen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am Freitag zur internationalen Solidarität und zum entschlossenen Kampf gegen den Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen.

Mit scharfen Angriffen auf den russischen Präsidenten eröffnete Scholz seine Rede vor rund 500 Festgästen im Rathaus: "Putins Hass auf die freiheitliche Ukraine ist größer als sein Interesse an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung seines eigenen Landes." Putin habe eine radikal neue Wirklichkeit geschaffen: "In dieser neuen Wirklichkeit müssen wir handlungsfähig sein. In dieser neuen Wirklichkeit müssen wir uns künftig behaupten." Jetzt sei nicht weniger weltweite Vernetzung, sondern eine kluge und nachhaltige Globalisierung angesagt.

"Globale Allianz darf keine Risse bekommen"

Der Bundeskanzler sagte, die internationale Zusammenhalt sei fragil. "Darum werden wir uns mit all unserer Kraft dafür einsetzen, dass die globale Allianz, die fest hinter der regelbasierten internationalen Ordnung steht, jetzt keine Risse bekommt." Komme der russische Präsident "damit durch, dann droht internationale Regellosigkeit." Eine zentrale Aufgabe von Deutschlands G7-Präsidentschaft sei es, aktiv auf die internationalen Partner zuzugehen. Fortschritt und eine bessere Welt seien so weiter möglich, schloss der Bundeskanzler seine Rede mit einem optimistischen Ausblick - und bekam lang anhaltenden Beifall.

Tschentscher würdigte Bedeutung des Übersee-Clubs

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hob die Bedeutung hervor, die der Hamburger Übersee-Club weit über die Grenzen der Hafen- und Handelsstadt hinaus habe. In seiner 100-jährigen Geschichte habe sich der Club verdient gemacht um die internationale Verständigung, sagte Tschentscher bei dem Festakt im Hamburger Rathaus. In zahlreichen Kooperationen setze sich der Club dafür ein, "dass die europäische Staatengemeinschaft und viele weitere Länder auf der Welt zusammenstehen, dass sie gemeinsam für Demokratie, Frieden und Freiheit eintreten". Kein Thema sei derzeit aktueller.

Förderung von Demokratie und Völkerverständigung

Der 1922 gegründete Übersee-Club setzt sich für die Förderung des demokratischen Staatswesens, der Toleranz und der Völkerverständigung ein. In ihm engagieren sich den Angaben zufolge mehr als 2.200 Mitglieder. Der Club gilt traditionell als Forum für Vorträge bedeutender Persönlichkeiten aus Hamburg und der Welt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.05.2022 | 13:00 Uhr

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