Stand: 03.03.2018 06:49 Uhr

Saftige Strafe für Spätstarter am Flughafen

Die Hamburger Fluglärmschutzbeauftragte fordert von der Billig-Fluglinie easyjet insgesamt 468.000 Euro wegen 21 verspäteter Starts nach London und Edinburgh im Jahr 2017. Mit dem Betrag soll eine Gewinnabschöpfung eingezogen werden, wie die Umweltbehörde am Freitag in der Hansestadt mitteilte. Damit würden sowohl die gesparten Hotelübernachtungskosten als auch die fällige Entschädigung der Fluggäste bei einem Start am nächsten Morgen in Rechnung gestellt.

Keine Gründe für Verspätung genannt

Der Fluggesellschaft sollten sämtliche wirtschaftlichen Vorteile genommen werden, die sie durch den verspäteten Start nach 23 Uhr erzielt habe. Es sei das erste Mal, dass dieses Mittel in dieser Höhe angewendet werde. Die Airline habe trotz mehrfacher Aufforderungen keine Gründe für die Verspätung genannt.

Mehr als 1.000 Starts nach 23 Uhr

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easyjet soll wegen 21 verspäteter Starts nach Großbritannien Staregf zahlen.

Insgesamt gab es trotz einer Pünktlichkeitsoffensive des Hamburger Flughafens mehr als 1.000 Starts nach 23 Uhr, wenn eigentlich bereits das Nachtflugverbot in Kraft ist. "Das ist eine erschreckend hohe Zahl", sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). "Ein erheblicher Teil davon war aus unserer Sicht vermeidbar."

Es könne zwar im Einzelfall immer wieder nachvollziehbare Gründe für verspätete Starts und Landungen geben. "Wenn aber immer wieder auf derselben Strecke die 23-Uhr-Marke gerissen wird, müssen wir davon ausgehen, dass die Verspätungsserie auf eine zu knappe Flugplanung zurückzuführen ist und damit absolut vermeidbar war", so Kerstan. Verspätungen sollten nicht zu einer gängigen Praxis werden, sagte auch Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks.

Anwohner unterstützen Strafzahlungen

Genau diesen Vorwurf erheben Umweltschützer. Manfred Braasch vom Umweltschutzverband BUND sagte, vor allem Billig-Airlines takteten ihre Zeiten viel zu eng, so dass die gar nicht eingehalten werden könnten. Die hohe Strafzahlung sei ein klares Signal an die Fluggesellschaften, dass die unter Beobachtung stünden. Zustimmung kommt auch von den Anwohnern: Es sei richtig, dort anzusetzen, wo es für die Fluggesellschaften wehtuhe, nämlich beim beim Geld, meinte Initiativensprecher Martin Mosel.

easyjet selbst will die Entscheidung erst einmal prüfen. Die Fluggesellschaft beteuerte, das Nachtflugverbot in Hamburg ausreichend zu berücksichtigen. Für alle Flüge von und nach Hamburg werde ein zusätzlicher Puffer im Flugplan eingeplant, um späte Landungen zu vermeiden, erklärte die Fluggesellschaft.

20.000 Euro für Nachtstart

Erst vor wenigen Tagen hatte Kerstans Behörde eine Rekordstrafe von 20.000 Euro gegen easyjet verhängt - für einen Flug ohne notwendige Sondergenehmigung nach Mitternacht.

Weitere Informationen

Airline soll 20.000 Euro für Nachtstart zahlen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.03.2018 | 17:00 Uhr

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