Rache im Drogenmilieu: 20-jähriger Angeklagter schweigt

Stand: 17.11.2020 17:34 Uhr

Wegen versuchten Mordes, versuchten Totschlags und Drogenhandels muss sich seit Dienstag ein 20-Jähriger vor dem Landgericht Hamburg verantworten.

Der Angeklagte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit Marihuana gehandelt haben und am 19. April dieses Jahres Opfer eines Raubüberfalls geworden sein. Die Täter sollen ihm acht Kilo Marihuana für 40.000 Euro angeboten haben. Beim vereinbarten Treffpunkt am S-Bahnhof Nettelnburg schlugen sie ihn nieder und raubten ihm das Geld.

Der 20-Jährige habe anschließend die Angreifer zu einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Neuallermöhe verfolgt. Dort habe er dreimal durch eine Wohnungstür geschossen, hinter der er die Räuber vermutete. Tatsächlich verfehlten die Schüsse nur knapp eine Familie.

Schüsse auf Kontrahenten

In den folgenden Wochen habe der Angeklagte versucht, den Verlust durch verstärkten Drogenhandel auszugleichen, erklärte der Staatsanwalt. Und am 30. Mai dann habe er zusammen mit zwei Komplizen einen der Angreifer vor einer Sparkassenfiliale in Bergedorf abgepasst und attackiert. Dabei soll er neunmal auf den Flüchtenden geschossen und ihn schwer verletzt haben. Drei Schüsse trafen den Mann in Becken, Oberschenkel und Knie - woraufhin er zusammenbrach. Im Glauben, den 22-Jährigen getötet zu haben, seien der Angeklagte und seine beiden Komplizen geflüchtet. Der Verletzte wurde notoperiert und überlebte. Er tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Der Angeklagte äußerte sich zunächst nicht zu den Taten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.11.2020 | 18:00 Uhr

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