Stand: 08.05.2019 21:11 Uhr

Prozess um spektakulären Kokain-Schmuggel

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Polizisten präsentieren den Kokainfund im November 2018. Geschätzte Wert: 160 Millionen Euro.

Am Mittwoch hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Beteiligten eines spektakulären Drogendeals am Hamburger Landgericht begonnen. Acht Männer im Alter von 25 bis 50 Jahren sollen im November vergangenen Jahres versucht haben, 1,1 Tonnen reines Kokain zu schmuggeln - mit einem Marktwert von über 160 Millionen Euro. Die Polizei ertappte die Bande damals auf frischer Tat.

Rockerboss als mutmaßlicher Drahtzieher

Fast alle Angeklagten hatten sich extra ein feines Hemd angezogen für ihren ersten Auftritt vor Gericht. Auch ein führendes Mitglied der Rockergruppe Hells Angels, der als Drahtzieher des Ganzen gilt. Der 39-Jährige soll zusammen mit einem Mitangeklagten den Plan entwickelt haben, der alle acht in Untersuchungshaft landen ließ.

Kokain in Container mit Gelatine

Das Rauschgift kam am 8. November 2018 per Schiff aus Brasilien nach Hamburg und wurde dort auf einen Lastwagen verladen. Die Drogen waren laut Anklage in einem Container mit Gelatine versteckt. Drei der Angeklagten sollen sich als Polizisten ausgegeben und den Fahrer des Lkw in eine vorgebliche Kontrolle gelockt haben. Laut Polizei fesselten die falschen Beamten den Fahrer, brachten ihn zurück nach Hamburg und fuhren den Lastwagen in ein Lagerhaus im Stadtteil Rothenburgsort.

Bei Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft

Spezialkräfte der Polizei warteten aber schon vor Ort auf die Drogenladung. Beim Abladen schlugen die Beamten zu und konnten fünf der Angeklagten, darunter den Rockerboss, festnehmen. "Die mehrmonatigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Polizei Hamburg, die diesem Einsatz vorausgingen, stellen einen schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Hamburg und insbesondere die Rockerkriminalität dar", hatte ein Polizeisprecher erklärt. Das Gericht hat 32 Prozesstage bis Ende November geplant. Den Haupttätern drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Verbindungen zu mutmaßlichen Marihuana-Händlern aus Osdorf

Die ursprünglichen Ermittlungen liefen zunächst gegen eine mutmaßliche Drogendealer-Bande aus Hamburg-Osdorf. Sie soll Marihuana aus Spanien bezogen und in Hamburg weiterverkauft haben. In diesem Fall verhandelt das Hamburger Landesgericht bereits seit Anfang Mai gegen sechs Männer und Frauen. Laut Polizei gibt es Kontakte zwischen der Osdorfer Gruppe und den Kokain-Schmugglern: Ein 25-Jähriger sitzt in beiden Prozessen auf der Anklagebank.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 08.05.2018 | 12:00 Uhr

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