Ein Angeklagter sitzt auf der Anklagebank und hält sich die Hände vors Gesicht © NDR / Elke Spanner Foto: Elke Spanner

Prozess um Prügel für Kellner in Hamburg

Stand: 08.09.2021 17:33 Uhr

Vor einem Jahr wollten Männer im Alsterpavillon am Hamburger Jungfernstieg ohne Corona-Maske in ein Lokal. Und dann wurde auch noch der Kellner verprügelt. Am Mittwoch gab es deshalb einen Prozess vor dem Amtsgericht.

Das "Alex" am Jungfernstieg war an jenem Abend gut besucht. Die Corona-Schutzauflagen waren streng: Pro Tisch waren nur Gäste aus zwei Haushalten erlaubt, außerdem mussten natürlich alle eine Corona-Schutzmaske tragen. Kurz vor 23 Uhr aber kamen drei Männer, die keine der Auflagen erfüllten: sie wollten zu dritt an einen Tisch, und eine Maske hatten sie nicht dabei. Als ein Kellner ihnen den Einlass verwehrte, schlugen sie zu.

Angeklagter: Begleiter hat zugeschlagen

Einer der drei musste sich nun vor dem Amtsgericht verantworten. Er beteuerte, selbst nicht zugeschlagen zu haben. Das sei einer seiner Begleiter gewesen, sagte er, ohne Namen zu nennen. Ihm sei die Sache damals peinlich gewesen, so der 25-Jährige. Er ist Geschäftsführer eines ambulanten Pflegedienstes. "So etwas ist rufschädigend für mich", sagte der Angeklagte. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, darauf steht eine Haftstrafe.

Attacke bleibt ungeklärt

Letztlich konnte die Richterin aber nicht beweisen, dass er tatsächlich selbst zugeschlagen hat. Sie sprach den Angeklagten frei. Wer auf den Kellner eingeprügelt hat, bleibt damit ungeklärt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.09.2021 | 17:00 Uhr

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