Stand: 06.11.2018 17:11 Uhr

Prozess um Kindstod im Supermarkt gestartet

Rund zweieinhalb Jahre nach dem Tod eines kleinen Jungen durch einen Stromschlag an der Kasse eines Supermarktes hat vor dem Hamburger Amtsgericht am Dienstag der Prozess gegen die beiden Betreiber begonnen. Die Geschwister im Alter von 48 und 44 Jahren müssen sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen verantworten. Sie sollen die Stromleitung für einen LED-Trafo entweder unsachgemäß verlegt oder einen Dritten mit der Arbeit beauftragt haben. So sei Strom in ein Metallgeländer an der Kasse geflossen, das der Junge berührt habe. Auch ein Laie hätte erkennen können, dass die Arbeit dilettantisch ausgeführt worden sei, sagte der Staatsanwalt.

Vater sagt als erster Zeuge aus

Als erster Zeuge sagte der Vater des Jungen aus und schilderte, dass Jonathan wie erstarrt war, nachdem er das Geländer berührt hatte. Der Vierjährige habe plötzlich mit einer Hand am Geländer gehangen, den Kopf auf den Arm gelegt. Ein Fuß sei im Gitter des Einkaufswagens verklemmt gewesen, sagte der Vater aus.

Er selbst habe das Geländer angefasst und einen Stromschlag gespürt. Nur mit Kraft habe er seine Hand von dem Metall lösen können. Eine Rechtsmedizinerin bestätigte, es sei plausibel, dass das Kind einen Stromschlag bekommen hatte.

Ladenbesitzer wollen Freispruch

Die Anwälte der angeklagten Ladenbesitzer kündigten an, dass sie um einen Freispruch kämpfen werden und baten darum, das nicht als mangelndes Mitgefühl auszulegen. Der Prozess soll am Donnerstag mit der Anhörung eines technischen Sachverständigen fortgesetzt werden. Das Urteil könnte das Gericht am 20. November verkünden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.11.2018 | 13:00 Uhr

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