Stand: 09.08.2018 17:01 Uhr

Prozess gegen Syrer: Für Anschlag ausgerüstet

Der in Schwerin festgenommene Syrer Yamen A. hatte sich nach Angaben eines Gutachters genug Chemikalien und Bauteile für einen tödlichen Sprengsatz besorgt. Die von dem Angeklagten bestellten Materialien hätten zur Herstellung von mindestens 100 bis 150 Gramm des Sprengstoffs TATP gereicht, sagte der Chemiker Rasmus Schulte-Ladbeck vom Bundeskriminalamt am Donnerstag im Prozess vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg.

Bei einer Explosion eines solchen Sprengsatzes hätten Menschen in einem Meter Umkreis schwere oder tödliche Verletzungen durch die Druckwelle erlitten. Splitter hätten noch in 50 Meter Entfernung eine gefährliche Wirkung haben können. Der Sprengstoff TATP sei auch bei den Anschlägen von Paris im November 2015, von Brüssel 2016 und Manchester 2017 eingesetzt worden.

Angeklagter schweigt

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Terror-Prozess gegen Syrer gestartet

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Laut Anklage kam Yamen A. 2015 nach Deutschland und wurde im Februar 2016 als Flüchtling anerkannt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, einen Sprengstoffanschlag geplant und bereits mit dessen Vorbereitung begonnen zu haben. Er habe sich dazu Tipps im Internet gesucht, dort auch Material bestellt und sich mit Chatpartnern ausgetauscht. Yamen A. habe mindestens fünf Mal erfolglos versucht, Sprengstoff herzustellen. Die Ermittler fanden Bauteile und Chemikalien bei dem jungen Mann, der im Oktober 2017 in Schwerin festgenommen worden war. Seither sitzt der 20-Jährige in Untersuchungshaft. Vor Gericht schwieg der Angeklagte bislang.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.08.2018 | 17:00 Uhr

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