Der Angeklagte im Gericht mit seinem Anwalt © NDR / Elke Spanner Foto: Elke Spanner

Prozess gegen Betrüger: 22-jähriger Hamburger gesteht

Stand: 27.05.2021 16:51 Uhr

Mit einem Geständnis hat vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte der Betrugsprozess gegen einen 22-Jährigen begonnen. Der junge Mann soll vor allem Frauen immer wieder mit falschen Versprechen betrogen und insgesamt rund 250.000 Euro erbeutet haben.

Er wohnte in der Hafencity in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie. Vor der Tür stand ein Porsche. Bei einem Herrenausstatter in Eppendorf kaufte er an einem Tag für fast 5.000 Euro ein. Finanziert hat der Angeklagte das Ganze allerdings nicht selbst. Der 22-Jährige, ein schlanker Mann mit warmer Stimme und zurückgekämmtem Haar, hat mehr als 40 Mal betrogen. Seiner Ex-Freundin soll er die Liebe laut Anklage sogar nur vorgegaukelt haben, um an ihr Geld zu kommen. Mal brauchte er es angeblich für eine Krankenhausrechnung, ein anderes Mal für Steuerschulden.

Urteil in zwei Wochen erwartet

Anderen Opfern gegenüber gab sich der Angeklagte als Investmentbanker aus. Das Geld, das sie ihm anvertrauten, verprasste er dann. Im Prozess gab der 22-Jährige am Donnerstag alles zu. "Ich habe versucht, ein Leben aufrecht zu erhalten, das nicht mehr vorhanden war", sagte er kleinlaut. Früher habe er mit Kryptowährungen viel Geld verdient. Damit war es irgendwann vorbei. Das Luxusleben, das er sich damit ermöglicht hatte, führte er aber weiter - bis er im März verhaftet wurde. Das Urteil wird in zwei Wochen verkündet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.05.2021 | 17:00 Uhr

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