Stand: 22.07.2020 08:55 Uhr  - NDR 90,3

Protest in Hamburg gegen militärischen Lego-Bausatz

Ein Lego Spielzeugset stellt einen Kampfhubschrauber dar. © NDR Foto: Karsten Sekund
Lego will das Militärflugzeug nun doch nicht auf den Markt bringen.

Der Spielzeughersteller Lego will nun doch kein Modell eines Militärflugzeugs auf den Markt bringen. Nach Kritik aus der deutschen Friedensbewegung teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit, dass man sich dazu entschlossen habe, den Bausatz nicht wie geplant ab August zu verkaufen. In Hamburg hatten am Dienstagvormittag mehrere Menschen vor der Lego-Filiale in der Innenstadt dagegen demonstriert, dass der Spielzeughersteller erstmals einen Bausatz für ein militärisches Vehikel auf den Markt bringen wollte. Bei dem umstrittenen Bausatz handelt sich dabei um das Modell des Militärflugzeugs "V-22 Osprey" der Rüstungskonzerne Boeing und Bell, das auch in aktuellen Krisengebieten im Einsatz ist.

Die Kritik kam von der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstverweigerInnen. Lego verstoße gegen seine eigenen Grundsätze, realistische Waffen und Militärausrüstung bei den Produkten zu vermeiden. Die Friedensgesellschaft bemängelt zudem die Kooperation von Lego mit den Rüstungskonzernen Boeing und Bell, weil Lego eine offizielle Lizenz für das Modell erhalten habe. "Wer das Legoset kauft, finanziert wohl auch die beiden lizenzgebenden Waffenhersteller mit", sagte der Geschäftsführer des Vereins, Michael Schulze von Glaßer. Nach Angaben der Friedensgesellschaft wird das Militärflugzeug vom US-Militär und vom japanischen Militär genutzt. Das US-Militär hatte das sogenannte Kipprotorflugzeug nach Angaben des Vereins unter anderem in Afghanistan und im Irak eingesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.07.2020 | 11:44 Uhr

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