Stand: 30.11.2017 17:12 Uhr

Poppenbüttel: Flüchtlinge in neuem Quartier

Bild vergrößern
Hamburgs Bürgermeister Scholz hat die Schirmherrschaft für das Begegnungshaus im Quartier am Poppenbütteler Berg übernommen.

Am Poppenbütteler Berg in Hamburg sind die ersten Flüchtlinge in ihre neuen Wohnungen eingezogen. Ab dem kommenden Jahr gibt es dort auch Sozialwohnungen und ganz reguläre Mietwohnungen. Mittelpunkt der Anlage soll ein Begegnungshaus werden, dessen Schirmherrschaft Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) übernommen hat: "Da entsteht ein Quartier, das nicht nur gemacht und entwickelt wird für Flüchtlinge, für diejenigen, die Unterstützung brauchen, sondern dass auch frei vermietete Wohnungen beinhaltet, und vielen eine nachbarschaftliche Zukunft ermöglichen wird, die auch Wohnraum in dieser schönen Gegend suchen." Er lobte, dass das Begegnungshaus ein Projekt sei, an dem viele mitwirken: Die Nachbarn und diejenigen, die dort demnächst leben.

"Weit draußen"

Die rotgeklinkerten Häuser verfügen über große Balkone. Gudrun Herbst leitet die Unterkunft, die das städtische Unternehmen fördern & wohnen betreibt. Sie erklärte im Gespräch mit NDR 90,3: "Es ist schon sehr weit draußen, es fährt ein Bus nur alle 20 Minuten, abends fährt er gar nicht, sonntags fährt er gar nicht. Und das sind ja alles Menschen, die kein Auto haben." Die Menschen, die bereits eingezogen sind, würden aber sehr gerne dort wohnen, sagte sie.

Ehrenamtliche helfen

Ehrenamtliche sind auch in Poppenbüttel aktiv. Thomas Littmann ist einer von denen, die sich im Verein "Poppenbüttel Hilft" organisiert haben. Zwei Jahre haben sie sich auf die Flüchtlinge vorbereitet. Littmann: "Das war für uns ein bisschen wie Trockenschwimmen. Aber ich glaube, dass wir jetzt einen ganz guten Weg gefunden haben auf die Flüchtlinge zuzugehen und regelmäßige Treffen zu haben. All das sind erste Schritte, miteinander bekannt zu werden - und das gelingt auch."

Begegnungshaus als Treffpunkt für den Stadtteil

Littmann war es auch, der Bürgermeister Scholz als Schirmherr für das Begegnungshaus gewonnen hat. Bewohner, Studierende der HafenCity Universität und Auszubildende sollen es gemeinsam bauen. Littmann: "Wir wollen es zu einem Treffpunkt für den Stadtteil machen, wir wollen Kurse anbieten und kulturelle Veranstaltungen machen. Da gibt es viele Möglichkeiten."

Gute Voraussetzungen für Integration

Mit immerhin 600.000 Euro aus dem Integrationsfond fördert die Stadt Hamburg das Modellprojekt für Flüchtlinge und Anwohner. Gudrun Herbst ist sich sicher: Hier kann Integration gelingen: "Wir versuchen die Bewohner auch zur Selbstständigkeit zu bringen, sodass sie nicht nur Flüchtlinge in einer Unterkunft sind." Dazu gebe es auch die Chance in Poppenbüttel, "weil es auf dem großen Gelände auch Mietwohnungen geben wird, eine Kita und die Begegnungsstätte. Das ist ein Ort, wo verschiedene Menschen zusammengeführt werden können."

Weitere Informationen

Herr Akkaya macht das Licht aus

Mehr als zwei Jahre lang haben Tausende Asylbewerber in Hamburg in ehemaligen Baumärkten gewohnt. Nun schließt die letzte dieser Unterkünfte. Mit ihrem Leiter hat NDR.de gesprochen. mehr

Flüchtlinge in Hamburg

Viele Flüchtlinge suchen Schutz in Hamburg. NDR.de sammelt hier Nachrichten, Reportagen und Interviews zum Thema Flüchtlinge in Hamburg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.11.2017 | 11:20 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:32
NDR//Aktuell

Erste Fahrverbote für Diesel in Hamburg

23.05.2018 16:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:31
Hamburg Journal

Digitalisierung: Hamburg Tourismus startet durch

23.05.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:52
Hamburg Journal

Rabbiner-Ordination - ein besonderer Tag

23.05.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal