Stand: 13.06.2019 06:39 Uhr

Pflege-Untergrenzen in Kliniken zeigen Wirkung

Die neuen Personal-Untergrenzen in der Krankenpflege zeigen offenbar Wirkung: Die meisten Hamburger Krankenhäuser halten sich nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde zum großen Teil an die neuen Vorgaben. Hamburg ist deutschlandweit das erste Bundesland, das darüber öffentlich Auskunft gibt: Nach Angaben von Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) haben 90 Prozent der Kliniken in der Hansestadt die Vorgaben eingehalten, zehn Prozent haben es nicht geschafft und mussten deshalb Betten sperren - haben also weniger Patienten aufgenommen.

Schild "Notaufnahme" in einer Klinik.

Personaluntergrenzen in Krankenhäusern

Hamburg Journal -

Das Bundesgesundheitsministerium führt schrittweise Personaluntergrenzen für Pflegekräfte in den Krankenhäusern ein. Wie ist jetzt die Situation auf den Stationen?

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Krankenhäuser sehen Mehrarbeit

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Die neue Regel gilt für Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie.

Eine Pflegekraft sagte NDR 90,3 und dem Hamburg Journal, dass es durch die Untergrenzen tatsächlich weniger Stress auf ihrer Station gebe und sie sich besser um die Patienten kümmern könne. Die Hamburger Krankenhäuser sind dagegen nicht glücklich - für sie bedeutet es nach eigenen Angaben viel Arbeit, ständig die Zahl der Pflegekräfte zu dokumentieren und zu melden.

Für die Politik sind die Personaluntergrenzen in der Krankenpflege ein wichtiger Schritt, um den Beruf langfristig attraktiver zu machen. Denn sie regeln, um wie viele Patienten sich Pflegekräfte beispielsweise auf Intensivstationen maximal kümmern dürfen. Und die Krankenhäuser müssen akribisch Buch führen und jedes Quartal melden, ob sie die Untergrenzen einhalten. "Wir würden es sehr begrüßen, wenn man Bürokratie abbauen würde, anstatt unsere knappen Pflegekräfte noch mit zusätzlichen Dokumentationsaufgaben zu belasten", sagte Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburger Krankenhaus-Gesellschaft: "Aus unserer Sicht macht die Untergrenzernverordnung ganz viel Arbeit und bringt keine zusätzlichen Pflegekräfte in die Krankenhäuser."

Beispiel Unfallchirurgie: Zehn Patienten pro Pflegekraft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die neue Verordnung erlassen, nach der bestimmte Krankenhausstationen ab 2019 eine Mindestzahl an Pflegern einsetzen müssen. Die neue Regel gilt für Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie. Sie schreibt die maximale Anzahl von Patienten vor, für die eine einzige Pflegekraft zuständig sein darf: In der Unfallchirurgie beispielsweise für zehn Patienten in der Tagschicht und für 20 Patienten nachts. (Hier finden sie die neue Verordnung für Pflegepersonaluntergrenzen (PpUGV) im Wortlaut.)

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.06.2019 | 06:00 Uhr

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