Stand: 02.07.2020 06:00 Uhr  - NDR 90,3

Öffentliche Unternehmen: Millionenverluste wegen Corona

Die meisten öffentlichen Unternehmen in Hamburg fahren in diesem Jahr wegen der Corona-Krise hohe Verluste ein. Insgesamt rechnet Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) mit einem Minus von 350 Millionen Euro.

Nahverkehr bringt dickes Minus

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Macht klar, dass Hamburg hinter seinen Unternehmen steht: Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).

Die größten Verlustbringer sind die Nahverkehrsunternehmen: Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein stellen sich zusammen auf ein Minus von 140 Millionen Euro ein, sagte Dressel im Gespräch mit NDR 90,3. Bei der Hamburg Messe beträgt das Minus voraussichtlich 60 Millionen. Beim Flughafen, an dem die Stadt rund die Hälfte der Anteile besitzt, entfallen rund 50 Millionen Euro Verlust auf die öffentliche Hand. Auch in den Bilanzen von Elbphilharmonie und UKE klaffen wegen der Corona-Krise große Löcher.

Die wesentlichen Unternehmensbeteiligungen hat die Stadt in einer eigenen Holding, der HGV, gebündelt, so dass die millionenschweren Verluste dort zumindest teilweise mit den Gewinnen von anderen Unternehmen verrechnet werden können. Die SAGA beispielsweise als größtes Wohnungsbauunternehmen ist weitgehend unbeschadet durch die Corona-Krise gekommen.

"Unter dem Schutzschirm der Stadt"

Am Ende werde aber immer noch ein hohes Minus übrig bleiben, für das die Stadt beziehungsweise der Steuerzahler aufkommen müsse, sagte Dressel. "Wir setzen sehr stark darauf, dass die Unternehmen jetzt auch ihre Möglichkeiten nutzen, die Verluste so gering wie möglich zu halten." Aber es sei klar, dass Hamburg am Schluss hinter den Unternehmen stehe und auch aus Corona-Mitteln die Verluste ausgleichen werde. "Die öffentlichen Unternehmen können sich darauf verlassen, dass sie unter dem Schutzschirm der Stadt Platz haben."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2020 | 06:00 Uhr

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