Stand: 22.11.2018 20:54 Uhr

Oberbillwerder: Masterplan für neuen Stadtteil

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So wie in dieser Visualisierung könnte der zentrale Platz im Bahn Quartier von Oberbillwerder aussehen.

In Hamburgs neuem Stadtteil Oberbillwerder sollen 16.000 Bewohner leben: So sieht es der Masterplan vor, der am Donnerstag vorgestellt wurde.

Fünf Quartiere geplant

Demnach wird der neue Stadtteil nördlich des S-Bahnhofs Allermöhe ganz ungewöhnlich: Er wird durchzogen von Sportanlagen und Nachbarschaftszentren, die etwa Fahrrad- und Paketstationen, Sozialeinrichtungen und Handwerkerhöfe anbieten. Vor allem zeigt Hamburgs Zukunfts-Stadtteil kein monotones architektonisches Einheitsbild, sondern besteht quasi aus fünf Dörfern.

"Es wird ein zentrales Bahn Quartier geben, wo es zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten gibt", erklärte Karen Pein von der städtischen IBA-Planungsgesellschaft im Gespräch mit NDR 90,3. Im Blauen Quartier soll dem Konzept zufolge das Leben am Wasser im Mittelpunkt stehen. Kleine Kanäle und Gräben sollen das Quartier durchziehen. Der Abschluss nach Norden zu den Äckern soll vom am dünnsten bebauten Viertel, dem Agri Quartier, gebildet werden, in dem es auch Platz für Gärten geben soll. In östlicher Richtung sollen das Grüne und das Park Quartier liegen, die Bildungs- und Begegnungszentren sowie Sportanlagen beheimaten sollen.

Breite Kanäle fassen viel Wasser

Sanft soll das neue Viertel in die umliegenden Wiesen übergehen. Besonders ist das Entwässerungskonzept: Bis zu sechs Meter breite Kanäle sollen auch besonders üppige Regenmassen aufnehmen können.

Parkhäuser statt Parkplätze

In ganz Hamburg einmalig ist das Verkehrskonzept: Oberbillwerder mit seinen 7.000 Wohnungen bekommt keine öffentlichen Straßenparkplätze. Wer sein Auto abstellen will, ist auf die elf Parkhäuser angewiesen. Über sogenannte Mobility Hubs sollen die Bewohner die letzten Meter nach Hause leicht mit alternativen Verkehrsmitteln wie Leihfahrrädern zurücklegen können. Angestrebt ist für den gesamten Stadtteil Tempo 30.

Stadtteil soll gut angebunden werden

Über Velorouten sollen die Hamburger Innenstadt sowie das Bergedorfer Zentrum schnell und komfortabel zu erreichen sein. Der öffentliche Nahverkehr wird ausgebaut. Die S2 und die S21 sollen mit mehr Wagen unterwegs fahren. Die äußere Erschließung erfolgt durch eine westliche, eine südöstliche sowie eine nordöstliche Anbindung an die B5, beziehungsweise die A25.

Grafiken vom Siegerentwurf für Oberbillwerder

Stapelfeldt: Verantwortungsvolle Stadtentwicklung

Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) erklärte: "In Oberbillwerder möchten wir zeigen, wie verantwortungsvolle Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert aussieht, die sich an den Bedürfnissen heutiger Stadtbewohnerinnen und -bewohner orientiert: mit naturnahem Wohnen, autoarm und trotzdem mobil, architektonisch ansprechend, ökologisch vorbildlich und, als in meinen Augen wichtigstes Kriterium, bezahlbar für Menschen aller Einkommensgruppen."

Karte: Oberbillwerder: Hier entsteht ein neuer Stadtteil

 

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Grafiken vom Siegerentwurf für Oberbillwerder

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.11.2018 | 07:00 Uhr

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