Ein Kran steht auf einer Baustelle. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Nur 60 Prozent Sozialwohnungen auf ehemaligem Stadtgrund

Stand: 12.05.2021 07:40 Uhr

Weniger Spekulationsgeschäfte mit Immobilien: Das hatte der Hamburger Senat für seine Grundstücke angekündigt. Aber dann hat die Stadt doch Flächen für rund 1.000 Wohnungen verkauft. Nur 60 Prozent davon werden günstige Sozialwohnungen.

Eigentlich wollte der Senat eigene Grundstücke verpachten und nur noch in Ausnahmefällen verkaufen. Das waren im vergangenen Jahr aber doch ziemlich viele. 17 Flächen gingen an private Bauträger. Und diese nutzen die Grundstücke keineswegs nur sozial: Auf 57 Prozent entstehen Sozialwohnungen, auf 43 Prozent entstehen frei finanzierte Miet- oder Eigentumswohnungen. Das ergab der Jahresbericht der Kommission für Bodenordnung.

Volksinitiativen gegen Verkauf städtischer Gründstücke

Zwei Hamburger Volksinitiativen sammeln zurzeit Unterschriften, um den Verkauf städtischer Grundstücke zu verbieten und auf ihnen stattdessen 100 Prozent Sozialwohnungen zu bauen. Heike Sudmann, baupolitische Sprecherin der Linken, sagte: "Immer noch werden Stadtgrundstücke verkauft. Doch teure Wohnungen haben wir schon viel zu viele."

Stadt Hamburg übte Vorkaufsrecht aus

Auch die städtische Kommission für Bodenordnung setzte sich zur Wehr: 20 Mal drohte sie Spekulanten und Spekulantinnen, ihnen die Häuser abzukaufen - also ein Vorkaufsrecht auszuüben. In zehn Fällen knickten die Eigentümer und Eigentümerinnen ein und verzichteten auf Luxusmodernisierungen und Eigentumswohnungen, aber 89 Wohnungen kaufte die Stadt zwangsweise auf.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.05.2021 | 08:00 Uhr

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