Stand: 04.12.2018 16:37 Uhr

Noch mehr Asbest im evakuierten NDR Hochhaus

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Im Haus 11 des NDR in Hamburg-Lokstedt wurde noch mehr Asbest entdeckt.

Neue Proben im 13. Stock des seit November evakuierten NDR Bürohochhauses in Hamburg-Lokstedt haben weitere Asbestfunde gebracht. Der giftige Stoff wurde hinter Leichtbauplatten und unter Wandabdeckungen entnommen. Über diesen Befund wurden die Mitarbeiter bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag informiert.

Neubau möglicherweise günstiger als Sanierung

"Für eine vollständige Sanierung werden wir deutlich länger brauchen als zunächst angenommen. Vor diesem Hintergrund werden wir sorgfältig prüfen, ob womöglich ein Neubau die günstigere Variante ist", sagte NDR Intendant Lutz Marmor. Eine Grundsatzentscheidung darüber solle möglichst bis Ende Januar getroffen werden.

Auch Raumluft-Messungen weisen Asbest auf

Zusätzlich zu den Feststoff-Proben wurden auch die Raumluft-Messungen im gesamten Haus 11 fortgesetzt: Von 24 Einzelproben im ersten Obergeschoss weisen fünf eine Asbestbelastung auf, allerdings keine so hohe wie bei den Erstfunden. Im November waren bei Raumluft-Messungen in zwei Büros im 14. Obergeschoss erstmals Asbestfasern im Haus 11 nachgewiesen worden. Als die Ergebnisse vorlagen, ließ die Geschäftsleitung des NDR das Gebäude zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter komplett schließen.

Ausweicharbeitsplätze für 300 Mitarbeiter

Innerhalb von 18 Stunden waren für rund 300 Menschen provisorische Ausweich-Arbeitsplätze gefunden. Auch Büroflächen in der Umgebung wurden angemietet. Ebenso haben Mitarbeiter die Möglichkeit, mobil von zu Hause aus zu arbeiten. NDR Intendant Marmor nannte das Zusammenrücken der Kollegen einen Akt großer Solidarität.

Haus 11 stammt aus den 1970er-Jahren

Das betroffene Gebäude stammt aus den 1970er-Jahren. Damals war asbesthaltige Füllmasse in Fugen zwischen den Geschossdecken verwendet worden. Die Füllmasse war jedoch eingeschlossen und stand nicht in Verbindung mit der Raumluft. Bereits in der Vergangenheit waren vorsorglich Messungen vorgenommen worden, ohne dass Belastungen der Raumluft festgestellt wurden. Bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im 12. und 13. Stock war festgestellt worden, dass die Abdichtungen asbestgestopfter Fugen teilweise beschädigt waren.

Asbest: Eigenschaften und Gesundheitsgefahren

Da Asbest außerordentlich hitze- und weitgehend chemikalienbeständig ist, wurde er in der Vergangenheit im Baubereich häufig genutzt. Die Faserstruktur macht Asbest jedoch bei der Gewinnung, Verwendung und Entsorgung gefährlich. Die sehr feinen Fasern können mit der Atemluft in den Körper gelangen und lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Die von Asbest ausgehenden Gesundheitsgefahren führten 1995 zu einem Verbot von Asbestprodukten in Deutschland. (Quelle: Umweltbundesamt)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.12.2018 | 17:00 Uhr

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