Stand: 04.12.2019 20:06 Uhr

Nitratproblem in Hamburg? Kritik an Kerstan

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"Wir müssen Grundwasser zum Teil aus anderen Landkreisen herbeiholen, weil das Wasser hier in Hamburg zum Teil nicht verwendet werden kann", hatte Umweltsenator Kerstan bei der Bauerndemo gesagt.

Die Nitratbelastung des Grundwassers in Hamburg und Umgebung liegt nach Angaben des Senats deutlich unter dem EU-weit vorgeschriebenen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter: Die höchste Belastung mit 9,5 Milligramm pro Liter wurde in diesem Jahr im Wasserwerk Haseldorfer Marsch (Kreis Pinneberg) gemessen - die übrigen 15 Wasserwerke wiesen Werte von unter drei Milligramm pro Liter aus. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU hervor.

Wasser läuft durch eine Filteranlage.

Grundwasser nicht mit Nitrat belastet

Hamburg Journal -

Umweltsenator Kerstan hatte im November vor protestierenden Bauern angedeutet, Hamburgs Grundwasser sei durch Nitrat belastet. Neueste Messungen zeigen das Gegenteil.

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Hat Kerstan falsche Vorwürfe gemacht?

Die positiven Zahlen bringen Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nach Ansicht der CDU in Erklärungsnot, denn der Senator hatte Landwirte und Landwirtinnen bei der Bauerndemo Mitte November für Nitrat und Stickoxide im Grundwasser Vorwürfe gemacht. "Wir müssen Grundwasser zum Teil aus anderen Landkreisen herbeiholen, weil das Wasser hier in Hamburg zum Teil nicht verwendet werden kann", hatte der Senator unter den Pfiffen der Demonstranten gesagt.

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CDU spricht von "haltloser Kritik"

Angesichts der nun veröffentlichten Zahlen sagte der CDU-Abgeordenete Dennis Gladiator, dass der vom Umweltsenator geäußerte Vorwurf falsch sei. Die Antwort des Senats zeige deutlich, dass es in Hamburg keine übermäßige Belastung des Grundwassers mit Nitrat gebe. "Die haltlose Kritik an unseren Landwirten muss endlich ein Ende haben", forderte Gladiator.

Aussagen Kerstans laut Behörde nicht auf Hamburg bezogen

Zu seinem Auftritt auf der Bauendemo erklärte die Umweltbehörde gegenüber dem Hamburg Journal am Mittwoch schriftlich: "Herr Kerstan hat […] mit dem Blick auf die bundesweite Situation erwähnt, dass die Landwirtschaft eine relevante Quelle für Nitratbelastungen des Grundwasser ist - dies allerdings nicht auf Hamburg bezogen. Manche Beobachter scheinen dies hartnäckig missverstehen zu wollen."

Wassergewinnung in Hamburg aus Tiefenbrunnen

Nitrat im Wasser und die Folgen

Nitrat ist ein Salz, das aus Stickstoff und Sauerstoff besteht. Es ist natürlicher Bestandteil von Düngern, wie zum Beispiel Gülle. Überschüssiger Dünger landet im Grundwasser. Naturschutzverbände kritisieren, Landwirte würden ihre Pflanzen über Bedarf düngen, nach dem Prinzip "viel hilft viel". Die Bauern entgegnen, dass sie sich das gar nicht leisten könnten. Für den Menschen ist Nitrat selbst nicht toxisch, aber Bakterien wandeln es im Körper in krebserregende Stoffe um. Erwachsene verarbeiten ein gewisse Menge Nitrat. Säuglinge aber können von zu viel Nitrat sterben - die sogenannte Blausucht nimmt ihnen die Luft zum Atmen.

Tatsächlich ist Hamburgs Trinkwasser so gut, weil es aus Tiefenbrunnen gewonnen wird. Denn die oberflächennahen Wasseradern sind oft durch jahrzehntelange Industrienutzung und natürliche Salzvorkommen verunreinigt, so Hamburg Wasser - aber eben nicht durch Düngemittel der Bauern.

Bauernverband will klärendes Gespräch

Die sind deswegen verärgert. Denn egal, wie es der Umweltsenator womöglich gemeint hat: Angekommen sind seine Aussagen gar nicht gut. Der Bauernverband hat den Senator daher nun um ein klärendes Gespräch gebeten.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 04.12.2019 | 19:30 Uhr

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