Stand: 03.05.2019 12:57 Uhr

Neuer Elbe-Boulevard am Baumwall eröffnet

Nach insgesamt neun Jahren Bauzeit ist am Freitag rechtzeitig vor dem Start des Hamburger Hafengeburtstags eine neue Hochwasser-Schutzanlage zwischen Elbphilharmonie und Landungsbrücken eröffnet worden. Das 136 Millionen Euro teure und 1.275 Meter lange Projekt soll dem Flutschutz dienen und gleichzeitig Flaniermeile sein. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nannte die neu gestaltete Promenade "die schönste Klimaanpassungsmaßnahme der Welt". Er sei sich sicher, dass der Boulevard das Potenzial für ein neues Wahrzeichen in der Stadt habe.

Breite Promenade, großzügige Treppen

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Die Promenade an der Elbe ist nun fertig. Auch ein neues Restaurant wurde gebaut.

Der Entwurf stammt von der 2016 gestorbenen Architektin Zaha Hadid. Auf der Anlage entstand eine neue, breite Hafenpromenade aus schwarzem Basaltstein. Zur Land- und Wasserseite gibt es großzügig angelegte Treppen. Ein großes neues Restaurant wurde an der Promenade gebaut. Ende des Jahres wird eine Tiefgarage eröffnet.

Der erste Bauabschnitt am Baumwall war bereits 2016 eröffnet worden. Der neu gestaltete Abschnitt hat künftig eine Höhe von bis zu 8,90 Meter über Normalhöhennull. Vorher waren es 7,20 Meter.

Für den neuen Boulevard wurden insgesamt 32.400 Kubikmeter Stahlbeton und 3.840 Tonnen Spundwandmaterial verbaut sowie 649 Bohrpfähle gesetzt. Die Treppenanlagen haben 5.437 Betonfertigstufen. 17.700 Quadratmeter Basaltsteine waren für das Pflaster und die Fassaden nötig.

Deiche werden auf 100 Kilometern erhöht

Angesichts des steigenden Meeresspiegels erhöht Hamburg in den kommenden Jahren auf mehr als 100 Kilometern Länge seine Deiche. Zwischen 7,90 und 8,90 Metern über Normalnull sollen alle Hochwasseranlangen in der Stadt reichen. Zum Vergleich: Bei der bislang höchsten Sturmflut in Hamburg lag der Pegelstand 1976 bei 6,45 Metern. "Hamburg darf und wird nie wieder von einer Flutkatastrophe überrascht werden", erklärte Kerstan. Nach seinen Angaben leben in der Hansestadt rund 325.000 Menschen in sturmflutgefährdeten Bereichen.

Bei der neuen Deicherhöhung habe man sowohl den Klimawandel als auch eine nächste Elbvertiefung berücksichtigt. Rund 20 Jahre werde das neue Deichbauprogramm insgesamt dauern. Bis Mitte des Jahrhunderts sei Hamburg dann zunächst einmal vor Sturmfluten sicher.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.05.2019 | 19:30 Uhr

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