Im Prozess um den Mord an einem Rentner in Wilhelmsburg verbirgt der Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktenordner. © picture alliance/dpa Pool/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Mord an Rentner: Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Stand: 16.11.2020 17:09 Uhr

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 83-jährigen Mannes in Hamburg-Wilhelmsburg fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haft für den Angeklagten.

Er soll den 83 Jahre alten Bekannten in dessen Wohnung in der Mokrystrasse im vergangenen März ermordet und ausgeraubt haben: Nun verlangt die Staatsanwaltschaft, den angeklagten Änderungsschneider wegen Mordes zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Der Verteidiger des 54-jährigen hingegen plädiert auf Freispruch.

Koffer mit viel Bargeld im Haus

Die Staatsanwältin geht nicht nur davon aus, dass der Angeklagte den Rentner ermordet hat. Sie sieht sogar eine besondere Schwere der Schuld. Der 54-jährige sei besonders skrupellos und listig vorgegangen. Am Nachmittag des 20. März war er in der Wohnung des Rentners, um sich dort eine Nähmaschine anzusehen. Ein Vorwand, vermutet die Staatsanwältin. Der Änderungsschneider habe von vornherein geplant, den Senioren zu ermorden, um an dessen Geld zu kommen. In dessen Bekanntenkreis war es ein offenes Geheimnis, dass der ältere Mann einen Koffer mit 100.000 Euro Bargeld zu Hause hatte.

Urteil für Donnerstag erwartet

Der Angeklagte hingegen beruft sich auf Notwehr. Bei dem Besuch sei es zum Streit gekommen. Der Rentner habe ihn beleidigt und mit einer Schere angegriffen, er habe sich nur gewehrt. Welcher Version die Schwurgerichtskammer folgt, steht am Donnerstag fest. Dann soll das Urteil verkündet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.11.2020 | 17:00 Uhr

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