Stand: 12.02.2019 16:54 Uhr

Mehr Schüler: Schulen sollen wachsen

Mehr Schüler und mehr Lehrer: Hamburgs Schulsystem ist weiter auf Wachstumskurs und stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Deshalb müssten auch die Schulen größer werden, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag bei der Vorlage der Schuljahresstatistik. Allein durch Neubau sei dem Anstieg nicht zu begegnen.

Zu wenig Platz für neue Grundschulen

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"Viele Hamburger Familien blicken optimistischer ins Leben und bekommen mehr Kinder als noch vor zehn Jahren", sagte Rabe (Archivfoto).

20 Prozent mehr Grundschulplätze seien in den kommenden Jahren nötig. "Und das würde rein rechnerisch bedeuten, dass man 35 bis 40 neue Grundschulen bauen müsste. Das ist in Hamburg nicht unterzubringen." Deshalb müssten viele Schulen vergrößert werden - auch wenn es dagegen Protest gebe, sagt der Schulsenator.

In der Schulentwicklung herrsche Chaos, kommentierte die Linke die Vorhaben. Von der CDU hieß es, der Senator habe geschlafen. Keine Grundschule dürfe mehr als fünf Klassen pro Jahrgang haben. FDP und AfD kritisierten die mangelnden Deutsch-Kenntnisse vieler Grundschüler. In mehr als einem Viertel der Familien werde zu Hause nicht Deutsch gesprochen, wie aus der Schulstatistik hervorgeht.

Hamburg kratzt wieder an der 200.000er-Marke

Laut den Zahlen ist die Zahl der Schüler an den allgemeinbildenden Schulen der Stadt im vergangenen Jahr um 2.309 auf insgesamt 195.833 gestiegen. Im nächsten oder übernächsten Jahr werde erstmals seit den 1970er-Jahren wieder die "200.000er-Grenze" erreicht. "Gerade in den eng bebauten Innenstadtbereichen haben wir dieses Wachstum", sagte Rabe. Dort sei es aber häufig schwierig, freie Flächen für neue Schulen zu finden.

Es liegt auch an der "Liebe"

Grund sei nicht nur der Zuzug von Familien und der Wohnungsbau, sondern auch "Liebe", sagte Rabe: "Viele Hamburger Familien blicken optimistischer ins Leben und bekommen mehr Kinder als noch vor zehn Jahren."

Um zehn Prozent sei die Schülerzahl seit 2011 gewachsen, die Zahl der Lehrer aber um 30 Prozent, lobte der Senator die eigenen Anstrengungen. Man habe damit auch auf den Ganztagsausbau und die Inklusion reagiert. Er gehe davon aus, dass sich das Wachstum in den nächsten Jahren noch verstärken werde. Mit 15.668 Pädagogenstellen sei ein neuer Höchstwert erreicht worden.

84 Prozent der Grundschüler nutzen Ganztagsbetreuung

Zugenommen habe auch die Nutzung der Ganztagsbetreuung. Fast 84 Prozent der Grundschüler blieben inzwischen auch nachmittags in den Schulen - ein Plus von 1,2 Prozentpunkten zum Vorjahr. Bei der Ferienbetreuung stieg der Anteil der Schüler, die dieses Angebot nutzten, sogar von 32,8 auf 46,3 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.02.2019 | 17:00 Uhr

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