Stand: 19.03.2019 19:52 Uhr

Mahnwache nach tödlichem Unfall mit Radfahrer

Erneut ist ein Radfahrer in Hamburg von einem Lastwagen überrollt und getötet worden. Nach Angaben der Polizei war ein 37-Jähriger am Dienstagmittag mit dem Lastwagen eines Entsorgungsunternehmens im Stadtteil Stellingen auf dem Holstenkamp unterwegs und bog rechts in die Große Bahnstraße ab. Dabei übersah er vermutlich den parallel auf einem Radweg fahrenden 48-Jährigen.

48-Jähriger stirbt noch an der Unfallstelle

Der Radfahrer war mit seinem Mountainbike auf dem Radweg in Richtung Innenstadt unterwegs und wollte auf dem Holstenkamp bei grüner Ampel die Große Bahnstraße überqueren, als er von dem abbiegenden Lkw erfasst wurde. Der Radfahrer erlitt schwere Verletzungen und starb trotz Wiederbelebungsmaßnahmen noch an der Unfallstelle, wie Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger sagte. Der Fahrer des Lastwagens erlitt einen Schock und wurde von einem Notfallseelsorger betreut.

Mahnwache am Unfallort

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Teilnehmer einer Mahnwache legten sich mit ihren Rädern am Unfallort auf die Straße.

Am Dienstagabend versammelten sich rund 50 Menschen zu einer Mahnwache an der Unfallstelle. Sie legten sich mit ihren Rädern minutenlang auf die von der Polizei weiträumig abgesperrte Kreuzung am Holstenkamp. Zuvor wurde ein weiß gestrichenes "Geisterfahrrad" an die Fußgängerampel gelehnt. Daneben legten Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

ADFC-Sprecherin: "Wir sind wütend und traurig"

"Wir sind wütend und sehr traurig", sagte Samina Mir vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der zu der Mahnwache aufgerufen hatte. Es hätte jeden Fahrradfahrer treffen können. Sie forderte eine Überprüfung der Beifahrerspiegel von großen Lkw und notfalls eine Beifahrerpflicht. Auch Abbiegeassistenzsysteme müssten verbindlich für alle Lkw eingeführt werden. Außerdem fordert der ADFC getrennte Ampelschaltungen: Radfahrer würden dann vor dem Autoverkehr starten und damit besser im Blickfeld der Auto- und Lkw-Fahrer sein.

Im vergangenen Jahr sind in Hamburg insgesamt 29 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden, darunter zwei Radfahrer. So starb Anfang Mai 2018 in Eimsbüttel eine 33 Jahre alte Mutter zweier Kinder, als sie von einem rechtsabbiegenden Lastwagen erfasst wurde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.03.2019 | 20:00 Uhr

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