Stand: 28.03.2019 19:52 Uhr

Luftfahrtgipfel: Es bleibt schwierig

Verbesserungen ja, aber noch keine Entwarnung: Die Flugreisenden in Deutschland müssen sich nach Einschätzung von Politik und Wirtschaft in diesem Sommer weiterhin mit Verspätungen und Flugausfällen herumschlagen. Trotz einiger Verbesserungen und hoher Investitionen bleibe die Lage angesichts des wachsenden Luftverkehrs angespannt, lautete das Fazit der Teilnehmer nach dem zweiten Luftfahrt-Gipfel am Donnerstag in Hamburg. Man befinde sich im Steigflug, aber es gebe noch Luft nach oben, so Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

"In diesem Sommer noch nicht alle glücklich"

Einige Maßnahmen, etwa die Ausbildung neuer Fluglotsen oder die Änderung von Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene, brauchten viel Zeit, andere seien schnell umzusetzen. "Wir wollen ein gutes Mobilitätsangebot für die Bürger und wir arbeiten intensiv daran", sagte Scheuer. "Doch in diesem Sommer können wir noch nicht alle glücklich machen."

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Zweiter Luftfahrtgipfel in Hamburg: Verkehrsminister Scheuer mit Bürgermeister Tschentscher im Rathaus.

Der Gastgeber des Gipfels, Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), erklärte, dass die Sicherheitskontrollen beschleunigt würden. Von der Lufthansa hieß es, dass etwa die Zahl ihrer Reservemaschinen verdoppelt und zusätzliches Personal eingestellt worden sei - darunter auch 200 Techniker, damit kleine Reparaturen und Wartungen schneller erledigt werden könnten. Mehr Personal gibt es auch an den Flughäfen für die Abfertigung der Flugzeuge.

Flugsicherung rechnet mit Engpässen

Kritisch ist nach wie vor die Lage bei der Deutschen Flugsicherung - trotz zusätzlicher Fluglotsen. Gerade in diesem Sommer werde es wegen des zunehmenden Flugverkehrs immer wieder Engpässe geben, so Klaus-Dieter Scheurle, der Chef der Deutschen Flugsicherung. Bundesverkehrsminister Scheuer will das Problem der Verspätungen deshalb jetzt auch auf europäischer Ebene auf die Tagesordnung setzen.

"Luftfahrt ist komplex", sagte Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Der Gipfel im Rathaus habe gezeigt, dass es nicht den einen Hebel gebe, den man umlege und alle Probleme seien gelöst. Der Airport in Fuhlsbüttel habe aber seine Hausaufgaben gemacht, betonte Eggenschwiler: Die Sicherheitskontrollen würden bereits umgebaut, es gebe mehr Personal und ein eigenes Pünktlichkeitsteam.

Der Gipfel in Hamburg mit Vertretern von Bund, Ländern, Airlines, Flughäfen, Flugsicherung und Behörden war das Nachfolge-Treffen einer ersten Konferenz im vergangenen Oktober nach dem Chaos-Reisesommer 2018. Die Teilnehmer hatten einen Katalog von 24 Maßnahmen beschlossen und überprüften nun in Hamburg, wie weit sie in jedem einzelnen Punkt gekommen sind. Scheuer sagte, alle Maßnahmen seien angegangen worden.

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Die Ergebnisse des ersten Luftfahrtgipfels

Mehr Fluglotsen, raschere Passagierkontrollen, bessere Planung: Vertreter von Politik und Wirtschaft haben beim Luftfahrt-Gipfel im Oktober in Hamburg 25 Maßnahmen beschlossen. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.03.2019 | 13:00 Uhr

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