Ein Kind arbeitet an einem Computer. © picture alliance / dpa Foto: Jens Büttner

Linke: Fehlendes Internet in Flüchtlingsheimen hängt Kinder ab

Stand: 07.02.2021 08:18 Uhr

Die Linksfraktion kritisiert fehlendes Internet in Hamburgs Flüchtlingsunterkünften. Der Vorwurf: Geflüchtete würden von den Behörden diskriminiert.

In vielen Unterkünften für Geflüchtete gibt es keine funktionierenden Internetverbindungen. Das hat eine Antwort des Hamburger Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion ergeben. Danach haben von 115 Flüchtlingsunterkünften in der Stadt nur 36 einen vollwertigen Internetanschluss. An weiteren 26 Standorten gibt es WLAN in Gemeinschafts- oder Außenbereichen.

Linke: Kinder im Stich gelassen

Wegen der Corona-Abstandsregeln könne dieses WLAN von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Flüchtlingsheime aber kaum genutzt werden, sagt Carola Ensslen, die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linksfraktion. "Spätestens mit Beginn der Pandemie kann es doch keine Zweifel mehr daran geben, dass das Internet zwingend nötig ist für die Teilhabe von Geflüchteten", so Ensslen. Gerade die Kinder in den Unterkünften würden von den Behörden im Stich gelassen, kritisiert sie. Denn die meisten der rund 6.000 Schüler und Schülerinnen, die dort lebten, seien beim Homeschooling abgehängt.

Ensslen: Sozialbehörde prüft statt zu handeln

"Die Sozialbehörde prüft und prüft, statt schnelle Lösungen zu finden. Und dann ist noch nicht einmal klar, ob es tatsächlich vollwertiges Internet geben wird, denn das will die Behörde dann erst noch finanziell bewerten", so Ensslen.

Vertreterinnen und Vertreter von Flüchtlingsinitiativen, Verbänden und viele Ehrenamtliche fordern seit Jahren, dass alle Unterkünfte ans Internet angeschlossen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.02.2021 | 12:00 Uhr

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