Stand: 25.10.2018 18:07 Uhr

Kommt Köhlbrandtunnel? Entscheidung im Dezember

Die Entscheidung, ob ein Tunnel die bisherige Köhlbrandbrücke bald ersetzen soll, fällt voraussichtlich kurz vor Weihnachten. Nach Informationen von NDR 90,3 fordert der Aufsichtsrat von der Hafenverwaltung HPA, noch einmal detaillierter sowohl einen Tunnel als auch eine neue Köhlbrandbrücke zu prüfen.

Die Köhlbrandbrücke: Verkehrsader und Wahrzeichen

Die Hafenverwaltung hatte sich zwar nach monatelangen Untersuchungen dafür ausgesprochen, einen Tunnel zu bauen. Diesem Votum schließen sich die Aufsichtsräte unter dem Vorsitz von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) aber derzeit noch nicht an. Nach Informationen von NDR 90,3 haben sie vor allem Nachfragen dazu, inwieweit die beiden Varianten - Tunnel und neue Brücke - miteinander vergleichbar sind. Ein Tunnel ist zwar mehrere Hundert Millionen Euro teurer als eine Brücke. Aber weil es in den beiden Röhren zwei Ebenen geben soll, bietet der Tunnel auch mehr Möglichkeiten und hält zudem länger.

CDU will Tempo, FDP warnt vor Schnellschüssen

Die CDU-Opposition in der Bürgerschaft drückt unterdessen aufs Tempo - und will in der kommenden Woche einen Antrag einbringen "pro Tunnel". "Der Hafen kann sich einen weiteren Rückschlag und unnötige Zeitverzögerungen nicht leisten", sagte Fraktionschef André Trepoll. Michael Kruse, Fraktionschef der FDP, fordert eine Entscheidung ohne Ideologie und versucht zu bremsen: Die Entscheidung sollte ausschließlich wirtschaftlichen Überlegungen folgen.

Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen soll einmal abgerissen werden

Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, appellierte an den Senat, schon bei den jetzigen Planungen den Bund mit einzubeziehen - um sicherzustellen, dass Hamburg nicht allein auf den Kosten sitzen bleibt. Die Hansestadt hofft, dass sich Berlin finanziell beteiligt, obwohl die Köhlbrandquerung keine Autobahn und keine Bundesstraße ist.

Teurer aber langlebiger

Ingenieure rechnen damit, dass ein Tunnel weit länger als hundert Jahre genutzt werden könne - eine Brücke hingegen deutlich kürzer. Für den Tunnel spricht demnach auch, dass es damit weniger Auswirkungen auf die Umwelt und künftig auch kein Höhenproblem mehr für Schiffe gebe. Schon heute können besonders große Frachter die Brücke nicht mehr passieren - und in den kommenden Jahren sollen zunehmend höhere Schiffe in den Hamburger Hafen einfahren.

Videos
04:10
Hamburg Journal

Hamburg damals: Köhlbrandbrücke

Hamburg Journal

Ihre Eröffnung am 20. September 1974 war ein riesiges Spektakel. Bundespräsident Walter Scheel reiste aus Bonn an, um die neue Querung einzuweihen. Video (04:10 min)

Spätestens Mitte der 2030er-Jahre muss der Ersatz für die 1974 eingeweihte Köhlbrandbrücke fertig sein, weil dann die Instandhaltung des alten Bauwerks kaum noch bezahlbar sein wird.

Zwei Stockwerke, eine für Fahrräder und Container

Für den neuen Tunnel ist bislang folgendes geplant: Die beiden Röhren sollen zwei Stockwerke haben, je zwei Fahrspuren für Lastwagen und Pkw. Dazu kommt eine Notspur, falls Wartungsarbeiten anstehen. Im unteren Teil des Tunnels soll es Platz etwa für einen Fahrradweg geben, für den sich vor allem die Grünen starkmachen. Später könnten dort auch selbstfahrende Containertaxis unterwegs sein.

Weitere Informationen

HPA will Köhlbrandbrücke durch Tunnel ersetzen

Neue Brücke oder Tunnel? Monatelang hat die Hafenverwaltung HPA eine Alternative für die alternde Köhlbrandbrücke geprüft. Jetzt ist klar: Sie favorisiert die unterirdische Lösung. mehr

04:10
Hamburg Journal

Hamburg damals: Köhlbrandbrücke

Hamburg Journal

Ihre Eröffnung am 20. September 1974 war ein riesiges Spektakel. Bundespräsident Walter Scheel reiste aus Bonn an, um die neue Querung einzuweihen. Video (04:10 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.10.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:04
Hamburg Journal
01:54
Hamburg Journal
02:15
Hamburg Journal