Stand: 17.10.2020 08:36 Uhr

Kommentar: Pochen Sie auf die Einhaltung der Corona-Regeln!

von Britta Kehrhahn

Die Zahl der registrierten Corona-Fälle in Hamburg steigt stetig. Am Freitag hat der Inzidenzwert 42,2 betragen. Ob wir es wollen oder nicht: Corona hat uns weiter im Klammergriff. Wie wir damit umgehen? Britta Kehrhahn kommentiert.

Britta Kehrhahn im Studio von NDR 90,3 © NDR Foto: Marco Peter
Britta Kehrhahn kommentiert das Umgehen der Gesellschaft mit Corona und Corona-Regeln.

Eigentlich soll ich das ja nicht machen, hat zumindest der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen gesagt. Wenn es nach ihm ginge, soll ich aufhören, wie das Kaninchen auf die Schlange, also auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu gucken. Aber ich kann nicht anders. Und ich will auch nicht anders.

Corona-Zahlen: Der Realität ins Auge sehen

Gut geht´s mir dabei nicht. Aber ich will die Zahlen, sozusagen als Zwangseintritt in die Realität der 2. Coronawelle. Es ist anders geworden. Die erste Welle im Frühjahr war Neuland. Ich war wie alle schockiert von den Bildern sterbender Menschen in den Krankenhäusern. Ich habe meine Urlaubsreise storniert, ich hatte Angst um meine demente Mutter und um die Pflegekräfte im Heim, habe als Ausgleich wie eine Irre Sport gemacht - Zuhause und draußen.

Corona zerstört weiter

Immer den Sommer vor Augen mit der Hoffnung, dass sich Corona schnell erledigt. Irgendwann habe ich mich ertappt, dass ich nachlässiger wurde, bis mich eine Frau im Supermarkt anblaffte, dass ich ihr nicht so nah kommen soll. Zurecht. Corona hat sich eben nicht erledigt, es zerstört weiter.

Britta Kehrhahn © Marco Maas / fotografirma.de Foto: Marco Maas

AUDIO: Hamburg Kommentar - Coronalage im Oktober 2020 (2 Min)

Wachsende Unmut bei Verstößen gegen Corona-Regeln

Und nun kommt der Winter, auch der nächste Urlaub wird storniert. Der Horizont fehlt. Ich sehe Hotels und Geschäfte in unserer Stadt ohne Licht, und ich spüre, sie könnten dunkel bleiben. Ich merke, dass in mir die Wut wächst. Wut auf diejenigen, die auf Teufel komm raus verreisen wollen und sich dafür testen lassen. Als hätten die Gesundheitsämter nichts Besseres zu tun.

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Wut auf einige Bar-und Restaurantbetreiber, die die ganze Branche in große Not bringen, weil sie die Corona-Regeln missachten. Wut auf diejenigen, die immer noch große Party machen müssen und am nächsten Tag womöglich auch noch Oma im Pflegeheim besuchen. Wut auf den Vater, den ich im ICE gesehen habe, wie er seinen kleinen Sohn ermahnt, die Maske richtig zu tragen und bei sich selbst die Maske auf Kinnhöhe hat. Wut auf die Dummheit einiger, die nicht begreifen, dass ein zweiter Lockdown aus Deutschland ein ärmeres Land machen wird.


Mitmenschen auf Regeln aufmerksam machen

Ich weiß, Wut bringt keinen weiter. Und deshalb habe ich noch nicht aufgegeben und spreche jeden an, der sich nicht an die Regeln hält. Womit ich natürlich den Druck auf mich selbst erhöhe. Einige finden das peinlich, ich finde es passend. Trauen Sie sich auch!

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 17.10.2020 | 08:40 Uhr

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