Stand: 08.11.2019 17:52 Uhr  - NDR 90,3

Köhlbrandbrücke: Ersatz wird deutlich teurer

Für einen Ersatz der maroden Köhlbrandbrücke rechnet die Hamburger Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) mit deutlich höheren Kosten als bisher bekannt. Nach Informationen von NDR 90,3 würde schon eine neue Brücke mehr als 2,5 Milliarden Euro kosten. Die Kosten für einen Tunnel, wie ihn viele im Hafen für sinnvoll halten, übersteigen sogar die Grenze von drei Milliarden Euro. Nach einer Berechnung der HPA, die bereits seit mehr als einem Jahr in den Schubladen schlummern, liegen die Kosten bei rund 3,2 Milliarden. Diese Summen beinhalten nicht nur den eigentlichen Tunnel beziehungsweise die Brücke, sondern auch den Anschluss an die Autobahn sowie den Abriss der alten Köhlbrandbrücke.

Keine offizielle Kostenschätzung

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Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen ist marode und muss bald ersetzt werden.

Offiziell gibt es nach Angaben des Senats noch keine konkrete Kostenschätzung - wie etwa aus der aktuellen Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht. Bislang hatte die Wirtschaftsbehörde nur bestätigt, dass die Kosten für einen Ersatz der alten Brücke die Milliardengrenze übersteigen.

Tunnel oder Brücke?

Noch hat sich die Stadt nicht festgelegt, ob sie einen Tunnel oder eine Brücke bauen will. Aktuell laufen Verhandlungen mit dem Bund, damit der sich an den Kosten beteiligt. Intern warnt die Hafenverwaltung nach Informationen von NDR 90,3 davor, die Entscheidung hinauszuschieben. Ab 2030 ist die alte Köhlbrandbrücke laut Hafenverwaltung so marode, dass mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden muss. Wenn pro Richtung nur noch eine Spur zur Verfügung stehe, wie befürchtet, dann würde das zu massiven Staus und zu volkswirtschaftlichen Schäden führen.

Kritik aus Opposition und Wirtschaft

Norbert Hackbusch (Linke) sprach von einer Unverschämtheit gegenüber der Bürgerschaft und der gesamten Stadt. Er habe mehrmals Anfragen an den Senat in Sachen Köhlbrandbrücke gerichtet, bei den Kosten aber keine konkreten Zahlen genannt bekommen - obwohl diese seit mehr als einem Jahr bei der Hafenverwaltung HPA vorliegen würden. FDP-Fraktionschef Michael Kruse sagte, dass jede weitere Verzögerung die Kosten weiter steigen lasse. Ralf Niedmers (CDU) nannte den Senat entscheidungsschwach. Andre Mücke, Vizepräses der Handelskammer, warnte, dass ein Ausfall der Köhlbrandbrücke eine Katastrophe und teurer als die Baukosten für einen Ersatz wäre.

Beteiligung des Bundes an Finanzierung in Gefahr?

Volle Transparenz sei bei Großprojekten zwingend notwendig, sagte Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg. Er warf der Stadt vor, die Kosten für die Köhlbrandquerung unter dem Tisch gehalten zu haben, um die Finanzierung der Hafenautobahn A26 Ost nicht zu gefährden: "Berlin wird sich nur an einem der beiden Projekte beteiligen und unter dem Strich kann es dazu führen, dass Hamburg auf den Kosten für die Köhlbrandquerung alleine sitzenbleibt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.11.2019 | 17:00 Uhr

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