Stand: 13.08.2019 21:24 Uhr

Klima-Aktivisten: Forderungen an den Senat

Vertreter der Bewegung "Fridays for Future" haben vom Hamburger Senat und der Bürgerschaft konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels gefordert. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsse Hamburg bis 2035 zur klimaneutralen Stadt werden, heißt es in einem Forderungskatalog, den die Vertreter am Dienstag dem Umweltausschuss der Bürgerschaft vorlegten.

Vertreter der Bewegung "Friday for Future" im Umweltauschuss der Hamburgischen Bürgerschaft.

"Fridays for Future" im Umweltausschuss

Hamburg Journal -

Vertreter der Bewegung "Fridays for Future" waren im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zu Gast. Sie stellten konkrete Forderungen nach Maßnahmen gegen den Klimawandel.

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Vetorecht für Umweltbehörde gefordert

Dazu müsse das bis dahin noch zur Verfügung stehende CO2-Budget auf alle Behörden verteilt und diese zur Einhaltung der Ziele verpflichtet werden. Der Umweltbehörde solle ein Vetorecht gegen Entscheidungen anderer Behörden eingeräumt werden, sofern diese den Zielen entgegenstünden. Unter anderem wurde bis 2025 die Abschaltung aller Kohlekraftwerke verlangt, die sich auf Hamburger Gebiet befinden oder über die die Stadt verfügt. Zehn Jahre später müsse die gesamte Energieerzeugung und -versorgung auf erneuerbare Energien umgestellt sein.

"Die Uhr tickt"

Im Verkehrsbereich forderten die Aktivisten eine "Befreiung der Innenstadt" vom motorisierten Individualverkehr, einen Ausbau des Radverkehrs und ein 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr. Ferner müsse der gesamte Gebäudebestand bis 2035 energetisch saniert werden. "Die Uhr tickt, es müssen zeitnah konsequente Ziele erreicht werden, damit eine Klimakatastrophe noch verhindert werden kann", sagte Nele Brebeck, Sprecherin von "Fridays for Future" Hamburg.

Abgeordnete skeptisch

Viele Abgeordnete zeigten sich skeptisch. Stephan Gamm von der CDU kritisierte eine an Hysterie grenzende Emotionalität der Debatte. “Man hat ja schon den Eindruck, wir sind in einem Dauerpanikmodus. Und das ist mir persönlich zu viel, das ist der Sache auch nicht gerecht." Kurt Duwe von der FDP lobte bei den Aktivisten ein Engagement mit Herz und Elan, auch wenn die gestellten Forderungen teils illusorisch seien. SPD und Grüne wiesen vor allem auf bereits erreichte Klimaschutzmaßnahmen hin. So sei das Fernwärmenetz zurückgekauft worden, um es klimafreundlich umzubauen. Zustimmung zu den Forderungen kam von den Linken.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.08.2019 | 19:30 Uhr

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