Kinderschutz-Koordinatorin bekommt Yagmur-Erinnerungspreis

Stand: 18.12.2021 20:16 Uhr

Dieser Preis soll aufrütteln: Im Hamburger Rathaus wurde am Sonnabend der Yagmur-Erinnerungspreis verliehen. In diesem Jahr ging er an Claudia Maria Schmidt.

Sie koordiniert am Altonaer Kinderkrankenhaus den Kinderschutz und hält Kontakt zu allen Einrichtungen, die sich damit beschäftigen. Schmidt sei hoch angesehen und ebenso hoch kompetent, urteilte die Jury.

"Alarmsystem funktioniert sofort"

In Verdachtsfällen, die bei Untersuchungen von Kindern auffallen, schaltet ihre Kinderschutzgruppe zum Beispiel Polizei und Jugendämter ein. Sie kümmert sich aber auch um die Unterstützung von Eltern durch Babylotsen und Familienteams, um mögliche Vernachlässigungen oder Misshandlungen von Kindern zu verhindern. "Bei ersten Anzeichen oder dem Verdacht auf Verletzung des Kindeswohls funktioniert das durch Dr. Schmidt etablierte Alarmsystem sofort", so die Jury.

Erinnerungspreis wird seit 2016 vergeben

Der mit 2.000 Euro dotierte Yagmur-Erinnerungspreis wurde zum sechsten Mal verliehen. Gestiftet hat ihn Michael Lezius, der sich als Privatmann schon seit 35 Jahren für das Wohl von Kindern einsetzt. Ihn hatte der Tod der dreijährigen Yagmur aus Billstedt erschüttert. Das Mädchen war 2013 nach schweren Misshandlungen gestorben. Ihr Tod hatte sogar zu einem Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft geführt, der den Kinderschutz in Hamburg überprüfen sollte.

Die Preisverleihung am Samstagabend im Rathaus fand wegen der Pandemie ohne Publikum statt, konnte aber per Livestream verfolgt werden.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 18.12.2021 | 19:30 Uhr

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