Stand: 05.01.2019 20:36 Uhr

Kältebus für Obdachlose in Hamburg startet

Die Hamburger Obdachlosentagesstätte "Alimaus" ist am Samstagabend mit ihrem Kältebus gestartet. Er fährt in den kommenden Wochen insbesondere Orte in der Innenstadt und in Altona an. Eine feste Route hat der Kältebus für seine Touren nicht. Jeder, der einen hilfebedürftigen Obdachlosen sieht, kann den Kältebus anrufen. Die Fahrer suchen dann den Ort auf und bringen die Betroffenen in Notunterkünfte oder statten sie mit dem Nötigsten aus. Mitarbeiter verteilen heiße Getränke, Essen und Winterbekleidung an Obdachlose. Mit dem Kältebus reagiert die "Alimaus" auf den Tod von bereits vier Obdachlosen in Hamburg in diesem Winter.

Viel Resonanz von Ehrenamtlichen und Spendern

Christiane Hartkopf von "Alimaus" sagte am Sonnabend zu NDR 90,3, sie sei von der Resonanz begeistert, die die Einrichtung nach der Ankündigung ihres Plans bekam. "Es haben sich innerhalb weniger Tagen ganz viele Menschen gemeldet, die entweder mitfahren möchte, die uns mit Sachspenden versorgen oder die uns Geld gespendet haben, so dass wir innerhalb kürzester Zeit einen Bus anmieten konnten." Schnell seien dann die ersten Teams zusammengestellt worden, die nun ab Sonnabend unterwegs sind.

Hilfe für Obdachlose

Der Verein "Alimaus" fährt ab dem 6. Januar mit einem Kältebus durch Hamburg. Wer einen Obdachlosen sieht, der Hilfe braucht, kann anrufen. Er ist täglich von 19 bis 24 Uhr erreichbar - unter der Telefonnummer:

  • 0151-65683368.

Die Hamburger Sozialbehörde verweist auf eine eigene Nummer, unter der Sozialarbeiter erreicht werden können, die Obdachlosen helfen. Die Telefonnummer lautet:
  • 040-428285000

Zudem erklärte die Sozialbehörde, Hamburger sollten sich auch nicht scheuen, für Obdachlose in Not einen Krankenwagen zu rufen.
  • Notruf 112

Vorbild für Kältebus ist Berlin

Vorbild für den Kältebus sei unter anderem die Hauptstadt Berlin. Der Sozialverband Deutschland, das Straßenmagazin "Hinz&Kunzt" und die Hamburger Linken betonten, dass ein Kältebus Leben retten könne.

Sozialbehörde verweist auf bestehendes Hilfsangebot

Ein Sprecher der Sozialbehörde hatte dazu erklärt, dass die Bedingungen in Hamburg nicht mit denen in Berlin vergleichbar seien, weil Hamburg anders als Berlin im Winternotprogramm zwei große zentrale Einrichtungen habe. Diese seien bei den Obdachlosen auch bekannt. Der Sprecher verwies außerdem darauf, dass es in seinem Haus bereits Hilfe gibt und Sozialarbeiter erreicht werden könnten, die sich um Obdachlose kümmern könnten.

Freie Plätze im Winternotprogramm

Ende Dezember waren laut Sozialbehörde im Winternotprogramm noch knapp 300 Plätze frei. Neben dem Standort Friesenstraße in Hammerbrook gebe es einen weiteren Standort mit Container-Häusern in der Kollaustraße in Lokstedt. Zum Programm gehört demnach außerdem die nächtliche Wärmestube in der Hinrichsenstraße in Hohenfelde. Sie stehe an den Wochenenden und Feiertagen zusätzlich mit 100 Plätzen tagsüber zur Verfügung.

Mitternachtsbus versorgt Obdachlose mit Nahrung und Kleidung

In Hamburg ist außerdem der Mitternachtsbus der Diakonie unterwegs. Er versorgt derzeit rund 100 Obdachlose pro Nacht mit warmen Getränken, Essen und Kleidung. Der Mitternachtsbus wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet und fährt jede Nacht rund vier Stunden lang eine feste Route rund um die Hamburger Innenstadt. Insgesamt zählt das Bus-Team 130 ehrenamtliche Helfer, jeweils vier von ihnen sind pro Nacht unterwegs. Einmal pro Woche ist außerdem ein Sozialarbeiter mit an Bord.

Jacqueline Heemann erklärt das Winternotprogramm. © NDR Foto: Screenshot

Darum geht's: Winternotprogramm

NDR 90,3 -

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Hilfe für Obdachlose in Hamburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.01.2019 | 17:00 Uhr

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