Stand: 24.07.2020 16:14 Uhr  - NDR 90,3

Initiative will Dove-Elbe vor Ebbe und Flut schützen

Bild vergrößern
Die Bürgerinitiative "Rettet die Dove Elbe" hat viel Unterstützung. Für Sonnabend ist eine weitere Protestaktion geplant.

In den Vier- und Marschlanden im Bezirk Hamburg-Bergedorf haben am Donnerstagabend Anwohnende und Bootsbesitzende protestiert. Sie wollen verhindern, dass die Dove-Elbe wieder an die Elbe und damit an die Tide angeschlossen wird. Zu dem Protest aufgerufen hatte die Interessengemeinschaft "Dove Elbe retten".

Beliebt bei Anglern und Wassersportlern

Die Dove-Elbe ist etwa 18 Kilometer lang und beliebt zum Boot fahren, Rudern oder Angeln. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang ist der Seitenarm der Elbe vom Hauptstrom und somit vom Tidenhub abgeschnitten und so konnte hier ein ganz eigener Naturraum wachsen.

Um der Elbe wieder mehr Raum zu geben, gibt es jedoch die Idee, diesen Seitenarm der Elbe wieder für die Tide - also für Ebbe und Flut - zu öffnen. Vor allem um die immer stärkere Tide der vertieften Elbe zu mildern, soll die Dove-Elbe mit einem Sperrwerk an der Tatenberger Schleuse und einer Schleuse an der Kirchenbrücke wieder an den Hauptstrom angeschlossen werden.

Bürgerinitiative will Dove-Elbe bewahren

Die Bürgerinitiative fürchtet jedoch, dass der Nebenarm der Elbe zunehmend verschlicken und so der Naturraum und das Naherholungsgebiet beschädigt werden könnten. Zu ihrer Protest-Bootstour am Donnerstag haben sie Politikerinnen und Politiker der verschiedenen Parteien eingeladen. Ein ganzer Tross Motor-, Segel und Ruderboote fuhr hupend die Dove-Elbe entlang. Auch am Ufer und auf den Brücken standen Menschen mit Protestplakaten.

Bild vergrößern
Politikerinnen und Politiker sprechen sich bei einer Protestaktion eher für die Bewahrung der Dove-Elbe aus.

Es sah am Donnerstag so aus, als müssten die Politikerinnen und Politiker an Bord nicht mehr davon überzeugt werden, die Dove-Elbe zu bewahren. "Mehr als ein halbes Jahrhundert gewachsenen Lebens- und Arbeitsraum von Menschen so umkrempeln zu wollen, das geht absolut nicht", erklärte Stephan Jersch (Linke), warum er gegen die Öffnung der Dove-Elbe ist.

Schulsenator Ties Rabe von der SPD, der auch mit an Bord war, verwies darauf, dass Hamburg nicht alleine entscheiden könne. "Es geht darum, dass sich drei Länder zusammenraufen müssen", sagte Rabe. "Aber wir haben schon mehrfach deutlich gemacht, dass wir es sehr skeptisch bewerten, die Dove-Elbe umzugestalten." Jennifer Jasberg von den Grünen plädiert dafür, erstmal die endgültigen Vorschläge des Forums Tideelbe abzuwarten.

Protestaktion an den Landungsbrücken geplant

Am Sonnabend gibt es gleich die nächste Protestaktion -  eine schwimmenden Demonstration mit vielen Booten vor den Norderelbbrücken und den Landungsbrücken. Die Bürgerinitiative ist fest entschlossen, weiter für die Dove-Elbe zu kämpfen.

Weitere Informationen

Mögliche Öffnung der Dove-Elbe: Anwohner in Sorge

Viele Häuser an der Dove-Elbe sind nahe des Deiches gebaut. Anwohnende fürchten, dass die Dove-Elbe wieder an den Hauptstrom angeschlossen werden soll, um die Tide der vertieften Elbe zu mildern. (06.07.2020) mehr

Bürgerinitiative will Dove-Elbe erhalten

Hamburger Wassersport-Vereine haben gegen die Pläne des Senats demonstriert, die Dove-Elbe an den Hauptstrom anzuschließen. Sie fürchten, der Seitenarm der Elbe könnte verschlicken. (25.05.2019) mehr

Unterwegs auf Hamburgs anderer Elbe

Durch Hamburgs Vierlande schlängelt sich ein idyllisches Gewässer: die Dove Elbe. Sie führt vorbei an Bauernhäusern, Wiesen und Feldern - ein Paradies für Paddler und Angler. (26.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 24.07.2020 | 11:18 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

06:16
Hamburg Journal
02:52
Hamburg Journal
02:34
Hamburg Journal