Stand: 05.01.2019 06:00 Uhr

Hochbahn lehnt Werbung des Auschwitz-Komitees ab

Die Hamburger Hochbahn lehnt eine Werbung für eine Veranstaltung des Auschwitz-Komitees ab. Das Unternehmen weigert sich, eine bestimmte Anzeige für eine Veranstaltung zum Gedenktag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz über die Hochbahn-Bildschirme laufen zu lassen.

Hochbahn verweist auf Verpflichtung zur Neutralität

Der Grund: Das Auschwitz-Komitee wirbt darauf mit einem Foto von der großen Demonstration für Seenotrettung im Mittelmeer am 29. September in Hamburg. "Gemeinsam gegen den Hass" steht darauf, auf einem Bild kann man "Hamburg zum sicheren Hafen! Schluss mit dem Sterben im Mittelmeer - für sichere Fluchtwege" lesen. Die Hochbahn sagt, sie sei zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet. Mit dem Foto werde aber für ein politisches Ziel geworben, für das es keine überparteiliche Zustimmung gebe. Man habe dem Auschwitz-Komitee vergeblich angeboten, über eine Alternative zu sprechen.

"Antifa-Aktivist" nimmt teil

Laut "Hamburger Abendblatt" geht es zudem um die Teilnahme eines "Antifa-Aktivisten" an der Veranstaltung. Wenn ein Antifa-Aktivist an der beworbenen Podiumsdiskussion teilnehme und als solcher genannt werde, sei das ebenfalls eine klare politische Stellungnahme, die über das Neutralitätsgebot des Unternehmens hinausgehe und den parteipolitischen Konsens verlasse, sagte ein Hochbahnsprecher dem "Abendblatt".

Auschwitz-Komitee protestiert mit Brief an Tschentscher

Das Auschwitz-Komitee reagiert mit Protest und richtete sich mit einem offenen Brief an Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejerano nennt das Verbot einen einmaligen Vorgang. Es erwecke den Eindruck, als würde sich ausgerechnet ein öffentliches Unternehmen im vorauseilenden Gehorsam dem möglichen Druck rechter Kreise beugen.

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Esther Bejerano: "Niemals vergessen!"

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Je mehr Zeitzeugen sterben, desto wichtiger seien Gedenkstätten, meint die Auschwitz-Überlebende Esther Bejerano. "Wenn wir dann nicht mehr da sind, muss man doch Plätze haben, wo die jungen Leute sich informieren können, was damals geschah". Video (01:22 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.01.2019 | 21:00 Uhr

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